Vernetzung

Wir stärken den transnationalen Austausch psychosozialer Akteur:innen im Bereich kollektiver Gewalt. Unsere Arbeit verbindet langfristige Programme, thematische Schwerpunktsetzungen und die begleitende Entwicklung weiterer Initiativen.

Ziel ist es, psychosoziale Praxis, zivilgesellschaftliches Engagement und Forschung miteinander zu verknüpfen, Wissen zu teilen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. So entstehen nachhaltige Kooperationen, fachliche Stärkung und neue Impulse für psychosoziale Arbeit über nationale und gesellschaftliche Kontexte hinweg.

PresentPast – Psychosoziale Arbeit nach kollektiver Gewalt

PresentPast verbindet Theorie und Praxis psychosozialer Arbeit nach kollektiver Gewalt. Das Programm basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Begleitung von Überlebenden der Shoah und ihren Nachkommen und dem Anspruch, dieses Wissen weiterzugeben. Trauma wird dabei in seinen historischen und sozialen Zusammenhängen verstanden. PresentPast steht für Anerkennung, Verantwortung und nachhaltige psychosoziale Unterstützung.

Das Programm bringt Akteur:innen aus unterschiedlichen Gewaltkontexten zusammen, initiiert transnationale Dialoge und gemeinsame Lernräume und überträgt Erfahrungen in neue Kontexte. So entstehen Vernetzung, fachliche Stärkung und konkrete Impulse für psychosoziale Arbeit nach kollektiver Gewalt.

Dadurch unterstützen wir die Arbeit in Israel nicht nur finanziell, sondern auch fachlich-konzeptionell und tragen zur gemeinsamen Weiterentwicklung psychosozialer Ansätze bei – auch mit Blick auf neue Zielgruppen wie Geflüchtete.
Neue Publikation 2026 - ENNeue Publikation 2026 - DE

Seit 2014 gestalten wir einen kontinuierlichen deutsch-israelischen Austausch zur psychosozialen Arbeit nach kollektiver Gewalt. In gemeinsamen Dialogen, Fachforen und Begegnungen mit israelischen Partnerorganisationen wurden über Jahre hinweg zentrale fachliche Prinzipien weiterentwickelt.

Die Fachforen bieten Räume für Reflexion, gegenseitiges Lernen und die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und tragen zur Stärkung transnationaler psychosozialer Praxis bei.

PresentPast umfasst Fortbildungs- und Lernformate, in denen psychosoziale Konzepte, Methoden und Erfahrungen aus der Arbeit mit Überlebenden der Shoah und ihren Nachkommen weiterentwickelt werden – auch im Kontext anderer Gewalterfahrungen.

Im Projekt PresentPast Ukraine wurden Erfahrungen aus der psychosozialen Arbeit mit den Folgen der Shoah in einen transnationalen Dialog mit Akteur:innen aus der Ukraine eingebracht. Im Mittelpunkt standen gegenseitiges Lernen, fachliche Qualifizierung und die Stärkung lokaler Akteur:innen. Ziel war es, psychosoziale Unterstützung jenseits von kurzfristiger Hilfe zu begreifen und historische, gesellschaftliche und aktuelle Traumadimensionen gemeinsam zu reflektieren.


PresentPast unterstützt die Weiterentwicklung gemeinsamer Projekte und die Übertragung bewährter Ansätze in neue gesellschaftliche und politische Kontexte und beteiligt sich an Aufbau und Stärkung internationaler psychosozialer Netzwerke.

Leben nach dem Überleben

Das Buch zur gleichnamigen Ausstellung mit Fotos von Helena Schätzle.

In Between Polarities – Konfliktsensible psychosoziale Arbeit in Israel

In Between Polarities ist ein Programm zur Stärkung konfliktsensibler psychosozialer Arbeit in Israel, das AMCHA Deutschland in Kooperation mit Neve Shalom/Wahat al-Salam umsetzt. In dialogischen, moderierten Fortbildungs- und Austauschformaten bringt das Programm jüdische und palästinensische Israelis aus der psychosozialen Versorgung zusammen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Reflexion der psychosozialen Folgen des 7. Oktober 2023 und des nachfolgenden Kriegs sowie der damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen, Gewalt- und Polarisierungserfahrungen.

Ein Highlight von In Between Polarities war das Fachforum 2025 in Berlin. Es brachte jüdische und palästinensische psychosoziale Fachkräfte aus Israel mit Akteur:innen aus Deutschland zusammen und öffnete einen Raum für vertiefte fachliche Reflexion über die psychosozialen Folgen der aktuellen Konfliktsituation. Im Austausch über trauma- und konfliktsensible Ansätze entstanden gemeinsame Perspektiven und konkrete Impulse für psychosoziale Arbeit in konflikthaften gesellschaftlichen Kontexten.

Das Programm verbindet traumasensible Qualifizierung mit konfliktsensibler Praxis und Elementen der Konflikttransformation. In geschützten, moderierten Räumen fördert In Between Polarities Perspektivwechsel, professionellen Austausch und gegenseitiges Lernen zwischen jüdischen und palästinensischen Fachkräften. Ziel ist es, psychosoziale Ansätze weiterzuentwickeln und nachhaltige Kooperationsstrukturen aufzubauen. Zentral ist es,Fachkräfte darin zu stärken, psychosoziale Unterstützung in einem von anhaltendem Konflikt und gesellschaftlicher Polarisierung geprägten Kontext verantwortungsvoll, dialogorientiert und langfristig zu gestalten.

Resonanzen: transnationale Impulse

Wir stärken transnationale Vernetzung in der psychosozialen Arbeit nach kollektiver Gewalt. Dabei gehen wir von einem psychopolitischen Verständnis von Trauma aus. Es betrachtet individuelle Erfahrungen immer auch in ihren historischen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen. Resonanzen eröffnet Räume für Austausch zwischen psychosozialer Praxis, zivilgesellschaftlichem Engagement und erinnerungspolitischen Perspektiven.
Wir begleiten Initiativen im transnationalen Raum bei der Entwicklung eigenständiger und community-naher Ansätze. Vernetzung, fachliche Begleitung und gemeinsame Reflexion fördern solidarische Beziehungen, gegenseitiges Lernen und neue Impulse für psychosoziale Arbeit über nationale Grenzen hinweg.

Menda Yek ist eine Selbstorganisation von Sinti:zze. Sie verbindet psychosoziale Arbeit, Erinnerung und Selbstvertretung. Leitend ist der Anspruch: „Nicht über uns ohne uns.“ Erfahrungen von Verfolgung und Ausgrenzung werden aus der Perspektive der Betroffenen selbst bearbeitet.

Diese Haltung verbindet Menda Yek eng mit AMCHA. Wir begleiten die Organisation fachlich und in der Vernetzung. So stärken wir community-nahe und psychosozial reflektierte Ansätze.

  • 10
    Mai

    Buch: LEBEN NACH DEM ÜBERLEBEN

    Helena SchätzleHerausgeber: AMCHA Deutschland Das dreisprachige Buch "Leben nach dem Überleben" (Deutsch, Hebräisch, Englisch) vereint Bilder und Zitate von Überlebenden…

  • 30
    Sep.

    “Welche Stimme haben wir?” – Nachkommen von Shoah-Überlebenden aus dem post-sowjetischen Raum in der deutschen Erinnerungslandschaft

    Mittwoch, 5. November 2025, 18:00–20:00 Uhr, mit anschließendem EmpfangKreuzberger Kinderstiftung  Ratiborstraße 14 a, 10999 Berlin Eine Veranstaltung in Präsenz. Die…

  • 26
    Aug.

    Vortragsreihe: Dr. Matthias Heyl zu »Erinnerungskultur, immanente Formen der Abwehr und (transgenerationales) Trauma“

    Unter dem Titel »Bilder, Bewältigung und Erinnerungskulturen« laden die IPU Berlin und AMCHA Deutschland e. V. – nach »Transgenartionalem Trauma begegnen« (2024) – auch…

  • 07
    Aug.

    Zum Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

    Am 2. August erinnern wir an die 4.300 Sinti:zze und Rom:nja, die in der Nacht auf den 3. August 1944…

  • 30
    Juli

    Aufzeichnung des Vortrags von Dr. Juliette Brungs „Die Shoah in Film, Fotografie und Bildender Kunst“ jetzt auf YouTube

    Wie lässt sich das Unaussprechliche sichtbar machen?Wie gehen Künstler:innen, Kultur- und Filmschaffende der Zweiten Generation – Kinder von Überlebenden der…

  • 23
    Juli

    Reflective Writing Workshop

    Sunday, September 28th, 10:30 - 14:30, Berlin-Charlottenburg Descendants of survivors of collective trauma, such as the Holocaust, often carry the…

  • 17
    Juli

    Zum 100. Geburtstag von Anita Lasker-Wallfisch

    Am 17. Juli 2025 wird Anita Lasker-Wallfisch 100 Jahre alt. Sie ist eine der letzten lebenden Zeitzeug:innen der Shoah –…

  • 09
    Juli

    Vortragsreihe: Dr. Juliette Brungs zu “Trauma: Die Shoah in Film, Performance und Literatur – künstlerische Auseinandersetzungen mit Überleben und Erinnern”

    Unter dem Titel »Bilder, Bewältigung und Erinnerungskulturen« laden die IPU Berlin und AMCHA Deutschland e. V. – nach »Transgenerationalem Trauma begegnen«…

  • 13
    Juni

    „Ich kann nicht hassen“: Nachruf auf Pnina Katsir (1930-2025)

    Von Lukas Welz Am 9. Juni 2025 ist Pnina Katsir gestorben. Sie wurde 95 Jahre alt. Ich schreibe diesen Nachruf…

  • 19
    Mai

    Rückblick: Devoted to Life – Gedenkveranstaltung 80 Jahre Befreiung

    Devoted to Life – Erinnerung schützt nicht, wenn wir es nicht tun. Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg.…