Vernetzung

Wir stärken den transnationalen Austausch psychosozialer Akteur:innen im Bereich kollektiver Gewalt. Unsere Arbeit verbindet langfristige Programme, thematische Schwerpunktsetzungen und die begleitende Entwicklung weiterer Initiativen.

Ziel ist es, psychosoziale Praxis, zivilgesellschaftliches Engagement und Forschung miteinander zu verknüpfen, Wissen zu teilen und gemeinsame Perspektiven zu entwickeln. So entstehen nachhaltige Kooperationen, fachliche Stärkung und neue Impulse für psychosoziale Arbeit über nationale und gesellschaftliche Kontexte hinweg.

PresentPast – Psychosoziale Arbeit nach kollektiver Gewalt

PresentPast verbindet Theorie und Praxis psychosozialer Arbeit nach kollektiver Gewalt. Das Programm basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung in der Begleitung von Überlebenden der Shoah und ihren Nachkommen und dem Anspruch, dieses Wissen weiterzugeben. Trauma wird dabei in seinen historischen und sozialen Zusammenhängen verstanden. PresentPast steht für Anerkennung, Verantwortung und nachhaltige psychosoziale Unterstützung.

Das Programm bringt Akteur:innen aus unterschiedlichen Gewaltkontexten zusammen, initiiert transnationale Dialoge und gemeinsame Lernräume und überträgt Erfahrungen in neue Kontexte. So entstehen Vernetzung, fachliche Stärkung und konkrete Impulse für psychosoziale Arbeit nach kollektiver Gewalt.

Dadurch unterstützen wir die Arbeit in Israel nicht nur finanziell, sondern auch fachlich-konzeptionell und tragen zur gemeinsamen Weiterentwicklung psychosozialer Ansätze bei – auch mit Blick auf neue Zielgruppen wie Geflüchtete.
Inbetween Polarities - ENInbetween Polarities - DE

Seit 2014 gestalten wir einen kontinuierlichen deutsch-israelischen Austausch zur psychosozialen Arbeit nach kollektiver Gewalt. In gemeinsamen Dialogen, Fachforen und Begegnungen mit israelischen Partnerorganisationen wurden über Jahre hinweg zentrale fachliche Prinzipien weiterentwickelt.

Die Fachforen bieten Räume für Reflexion, gegenseitiges Lernen und die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen und tragen zur Stärkung transnationaler psychosozialer Praxis bei.

PresentPast umfasst Fortbildungs- und Lernformate, in denen psychosoziale Konzepte, Methoden und Erfahrungen aus der Arbeit mit Überlebenden der Shoah und ihren Nachkommen weiterentwickelt werden – auch im Kontext anderer Gewalterfahrungen.

Im Projekt PresentPast Ukraine wurden Erfahrungen aus der psychosozialen Arbeit mit den Folgen der Shoah in einen transnationalen Dialog mit Akteur:innen aus der Ukraine eingebracht. Im Mittelpunkt standen gegenseitiges Lernen, fachliche Qualifizierung und die Stärkung lokaler Akteur:innen. Ziel war es, psychosoziale Unterstützung jenseits von kurzfristiger Hilfe zu begreifen und historische, gesellschaftliche und aktuelle Traumadimensionen gemeinsam zu reflektieren.


PresentPast unterstützt die Weiterentwicklung gemeinsamer Projekte und die Übertragung bewährter Ansätze in neue gesellschaftliche und politische Kontexte und beteiligt sich an Aufbau und Stärkung internationaler psychosozialer Netzwerke.

In Between Polarities – Konfliktsensible psychosoziale Arbeit in Israel

In Between Polarities ist ein Programm zur Stärkung konfliktsensibler psychosozialer Arbeit in Israel, das AMCHA Deutschland in Kooperation mit Neve Shalom/Wahat al-Salam umsetzt. In dialogischen, moderierten Fortbildungs- und Austauschformaten bringt das Programm jüdische und palästinensische Israelis aus der psychosozialen Versorgung zusammen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Reflexion der psychosozialen Folgen des 7. Oktober 2023 und des nachfolgenden Kriegs sowie der damit verbundenen gesellschaftlichen Spannungen, Gewalt- und Polarisierungserfahrungen.

Ein Highlight von In Between Polarities war das Fachforum 2025 in Berlin. Es brachte jüdische und palästinensische psychosoziale Fachkräfte aus Israel mit Akteur:innen aus Deutschland zusammen und öffnete einen Raum für vertiefte fachliche Reflexion über die psychosozialen Folgen der aktuellen Konfliktsituation. Im Austausch über trauma- und konfliktsensible Ansätze entstanden gemeinsame Perspektiven und konkrete Impulse für psychosoziale Arbeit in konflikthaften gesellschaftlichen Kontexten.

Das Programm verbindet traumasensible Qualifizierung mit konfliktsensibler Praxis und Elementen der Konflikttransformation. In geschützten, moderierten Räumen fördert In Between Polarities Perspektivwechsel, professionellen Austausch und gegenseitiges Lernen zwischen jüdischen und palästinensischen Fachkräften. Ziel ist es, psychosoziale Ansätze weiterzuentwickeln und nachhaltige Kooperationsstrukturen aufzubauen. Zentral ist es,Fachkräfte darin zu stärken, psychosoziale Unterstützung in einem von anhaltendem Konflikt und gesellschaftlicher Polarisierung geprägten Kontext verantwortungsvoll, dialogorientiert und langfristig zu gestalten.

Resonanzen: transnationale Impulse

Wir stärken transnationale Vernetzung in der psychosozialen Arbeit nach kollektiver Gewalt. Dabei gehen wir von einem psychopolitischen Verständnis von Trauma aus. Es betrachtet individuelle Erfahrungen immer auch in ihren historischen, gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen. Resonanzen eröffnet Räume für Austausch zwischen psychosozialer Praxis, zivilgesellschaftlichem Engagement und erinnerungspolitischen Perspektiven.
Wir begleiten Initiativen im transnationalen Raum bei der Entwicklung eigenständiger und community-naher Ansätze. Vernetzung, fachliche Begleitung und gemeinsame Reflexion fördern solidarische Beziehungen, gegenseitiges Lernen und neue Impulse für psychosoziale Arbeit über nationale Grenzen hinweg.

Menda Yek ist eine Selbstorganisation von Sinti:zze. Sie verbindet psychosoziale Arbeit, Erinnerung und Selbstvertretung. Leitend ist der Anspruch: „Nicht über uns ohne uns.“ Erfahrungen von Verfolgung und Ausgrenzung werden aus der Perspektive der Betroffenen selbst bearbeitet.

Diese Haltung verbindet Menda Yek eng mit AMCHA. Wir begleiten die Organisation fachlich und in der Vernetzung. So stärken wir community-nahe und psychosozial reflektierte Ansätze.

  • 11
    Aug.

    Gedenkfahrt nach Auschwitz-Birkenau zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma 2026

    Sinti-Nachfahr:innen von Holocaust-Überlebenden reisten mit Menda Yek e.V. vom 30. Juli bis 4. August nach Auschwitz-Birkenau, um der ermordeten Angehörigen…

  • 13
    Mai

    Neue Publikation: „Zwischen Polaritäten – Psychosoziale Perspektiven im israelischen Kontext“

    Jetzt unten herunterladen „Diese Publikation ist mehr als eine Sammlung fachlicher Texte. Sie ist Ausdruck eines gemeinsamen Weges – gegangen…

  • 04
    Apr.

    Neue Vortragsreihe: „Die Wucht der Erinnerung. Zwischen Zeugnis und Erinnerung“

    Die Vortrags- und Veranstaltungsreihe wird die unterschiedlichen Dimensionen des Zeugnisgebens nach der Shoah vor dem Hintergrund des Verschwindens der Augenzeug:innen…

  • 31
    März

    Filmreihe „Ich sehe was, was du nicht siehst: Antiziganismus im Film“

    Der Critical Film & Image Hub an der Forschungsstelle Antiziganismus hat im Rahmen der Filmreihe „Ich sehe was, was du…

  • 27
    Feb.

    Rückblick: Lesung im Maxim Gorki Theater „Leben nach dem Überleben“

    Am 27. Januar 2026 fand im Maxim Gorki Theater in Kooperation mit AMCHA Deutschland der Abend „Leben nach dem Überleben“…

  • 25
    Feb.

    Rückblick: Symposium – „SEQUENZEN – Nie befreit?“

    Am 12. Februar 2026 veranstaltete AMCHA Deutschland in Berlin das Symposium „Sequenzen – Nie befreit? 80 Jahre nach der Shoah…

  • 24
    Feb.

    Solidarität mit der Ukraine – Vier Jahre des russischen Angriffskriegs

    Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Für viele hochbetagte Überlebende der NS-Verfolgung ist dieser Krieg…

  • 18
    Feb.

    Einblick aus AMCHA Israel: Internationaler Holocaust-Gedenktag im Sozialclub Be’er Sheva

    Dieses Foto erreichte uns aus dem AMCHA-Sozialclub in Be’er Sheva. Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags am 27. Januar kamen dort Holocaust-Überlebende,…

  • 17
    Feb.

    Jugendbegegnung im Rahmen des Internationalen Holocaust-Gedenktags

    Vom 23. bis zum 28. Januar fand auch in diesem Jahr im Rahmen des Internationalen Holocaust-Gedenktages die Jugendbegegnung des Deutschen…