Vermittlung

AMCHA Deutschland versteht die Shoah als ein historisches Ereignis, das in der Gegenwart fortwirkt. Im Fokus der Arbeit steht deswegen nicht nur die Geschichte der Shoah, sondern die Frage, wie Verfolgung, Gewalt und Überleben bis heute in Biografien, Familien und Gesellschaften gegenwärtig sind. Wir verbinden traumasensible Vermittlung mit einer historisch-politischen Perspektive.

Ausgehend von den Erfahrungen der Shoah-Überlebenden und ihren Nachkommen ist der Ansatz von AMCHA biografieorientiert, dialogisch und gegenwartsbezogen. Vermittlung wird als offener Prozess der Auseinandersetzung und einer kritischen, verantwortungsbewussten Erinnerungskultur verstanden.

Ausstellungen

Wir entwickeln Ausstellungen, die das Fortwirken der Shoah in individuellen Biografien und in Familien sichtbar machen und biografische sowie dialogische Zugänge zu Erinnerung, Trauma und transgenerationale Erfahrungen eröffnen – in unterschiedlichen räumlichen und gesellschaftlichen Kontexten.

Leben nach dem Überleben ist der Titel eines Projektes, das eine Wanderausstellung und ein Buch in Zusammenarbeit mit der Fotografin Helena Schätzle umfasst. Es eröffnet biografische Zugänge zur Shoah  durch Fotografien und Zitate von Überlebenden und ihren Familien und macht sichtbar, wie Erfahrungen von Verfolgung und Gewalt über Generationen hinweg nachwirken. Das Projekt verbindet individuelle Lebensgeschichten mit Fragen von Erinnerung, Weiterleben und Verantwortung.

Link

Mischpoche – Being Jewish, however ist ein Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Jan Zappner entstanden ist und 29 Fotoporträts und Stimmen von Jüd:innen in Deutschland versammelt. Das Projekt zeichnet ein Kaleidoskop jüdischer Erfahrungen über vier Generationen zwischen Zugehörigkeit und Fremdzuschreibung, Erinnerung und Gegenwart, Selbstverständnis und gesellschaftlicher Außenperspektive. Als Buch, Ausstellung und Onlineprojekt eröffnet Mischpoche einen direkten, dialogischen Zugang zu jüdischem Leben heute.

mischpoche.eu

liminal scapes war eine künstlerische Ausstellung, in der wir uns mit transgenerationalen Erfahrungen nach kollektiver Gewalt auseinandersetzen. Die Arbeiten machten sichtbar, wie Erinnerung, Trauma und Verfolgung über Generationen hinweg fortwirken – in Zwischenräumen, Brüchen und Übergängen. Die Ausstellung eröffnete ästhetische und dialogische Zugänge zu nicht abgeschlossenen Geschichten.

Dialog- und Lernräume

In verschiedenen Veranstaltungsformaten schaffen wir Räume für vertiefte Auseinandersetzung mit der Shoah, ihren psychosozialen Nachwirkungen und aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. Ergänzend bieten Workshops und Gedenkformate biografieorientierte Zugänge zu Erfahrungen von Überlebenden und ihren Nachkommen sowie zu Fragen von Gewalt, Weitergabe und Verantwortung.

Wir organisieren Symposien, Konferenzen und Veranstaltungsreihen, die psychosoziale Perspektiven, Wissenschaft, Kultur und Erinnerungspolitik zusammenbringen. 

Die Transgenerationale ist eine Konferenzreihe, die sich den psychosozialen, familiären und gesellschaftlichen Folgen der Shoah über Generationen hinweg widmet. Im Fokus stehen Trauma, Weitergabe, Erinnerung und ihre Bedeutung für Gegenwart und Zukunft im Austausch zwischen Praxis, Wissenschaft und Erinnerungskultur.

Sequenzen ist ein interdisziplinäres Veranstaltungsformat, das gesellschaftliche und politische Zäsuren in den Blick nimmt. Ausgehend von der Geschichte der Shoah verbindet es historische Erfahrung mit zeitgenössischer Analyse und schafft Räume für Reflexion über Brüche, Übergänge und Verantwortung in der Gegenwart.

2025 stand das Symposium unter dem Titel „Nie befreit? 80 Jahre nach der Shoah zwischen Schweigen, Bearbeitung und Widerstand“.

Programmheft Sequenzen 2026

In unseren Vortragsreihen eröffnen wir historische, psychosoziale und gesellschaftliche Perspektiven auf Shoah, Trauma und Erinnerungskultur. Sie vermitteln biografische und analytische Zugänge und regen zur Auseinandersetzung mit gegenwärtigen Herausforderungen an. Ausgewählte Vorträge sind online zugänglich (Youtube).

Gedenk- und Erinnerungsformate ermöglichen eine begleitete Auseinandersetzung mit historischen Orten und Erinnerungsprozessen und vertiefen Fragen von Verantwortung, Nachwirkungen der Shoah und gegenwärtiger Erinnerungskultur. 

Seit 2020 organisieren wir gemeinsam mit Menda Yek begleitete Gedenkreisen nach Auschwitz, die Nachkommen von überlebenden Sinti:zze und Rom:nja eine generationsbezogene Auseinandersetzung mit dem Ort der Verbrechen ermöglichen.

Ergänzend initiieren wir das jährliche Kerzenzünden zum 27. Januar am Denkmal für die ermordeten Juden Europas als öffentliches Zeichen des Erinnerns und der Verantwortung.

Unsere Workshops setzen Geschichte als gesellschaftliche Kraft in Beziehung zur Gegenwart. Anhand biografischer Materialien aus der Ausstellung Leben nach dem Überleben arbeiten Teilnehmende mit individuellen Lebensgeschichten von Überlebenden der Shoah und ihren Nachkommen. Im Fokus stehen der Umgang mit Gewalterfahrungen, ihre Weitergabe an nachfolgende Generationen und die Bedeutung dieser Erfahrungen für heutiges Erinnern und gesellschaftliches Handeln.

Fotoband: Leben nach dem Überleben (Helena Schätzle, 2015)
Zum BuchZur Ausstellung

Digitale Formate

Wir entwickeln digitale Zugänge zu Erinnerung und transgenerationalen Erfahrungen. Unsere Formate machen individuelle und familiäre Perspektiven sichtbar und eröffnen dialogische Räume für die Auseinandersetzung mit der Shoah, mit Gewalt und der Erinnerungskultur auch über Generationen hinweg.

Im Wohnzimmer der Erinnerung werden Geschichten von Menschen erzählt, deren Leben von den Folgen des Holocaust geprägt sind. Die Webseite stellt die Erfahrungen der Zweiten Generation – der Kinder von Holocaustüberlebenden – in den Fokus und zeigt, wie Trauma zeit- und generationsübergreifend nachwirkt. Jeder Gegenstand, jede Geschichte und jede Stimme in diesem Wohnzimmer erzählen, was verloren ging, was blieb, und was noch gesagt werden muss.

Gegenerinnerungen ist ein mediales Vermittlungsprojekt, in dem wir jüdische Perspektiven auf die gesellschaftlichen Umbrüche von 1989/90 sichtbar machen. Die biografischen Stimmen erzählen von Aufbruch, Verunsicherung und Neuanfang in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen, in der auch die Arbeit von AMCHA zwischen BRD und DDR begann .

Link

Der Film „Memories of the Present“ von Helena Schätzle nimmt uns mit auf eine eindringliche Reise zu den Stimmen der Überlebenden und ihrer Kinder in Israel. Es sind Geschichten voller Verletzbarkeit und Kraft – über das Weiterleben nach dem Unfassbaren, über Erinnerung, die nicht nur zurück, sondern auch nach vorn wirkt. Wenn sie Gegenwart ist – und Zukunft gestaltet. Szenen des Films entstanden mit Klient*innen von AMCHA und in einigen der AMCHA-Zentren, die die Regisseurin über viele Jahre hinweg begleitet hat.

„Memories of the Present“ soll voraussichtlich 2026 seine Festivalpremiere feiern.

Der Film wird gefördert durch die Hessen Film und Medien GmbH und der EVZ, produziert von der Jumping Cat Filmproduktion UG.

Trailer
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