Gedenkfahrt nach Auschwitz-Birkenau zum Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma 2026

Sinti-Nachfahr:innen von Holocaust-Überlebenden reisten mit Menda Yek e.V. vom 30. Juli bis 4. August nach Auschwitz-Birkenau, um der ermordeten Angehörigen zu gedenken und sich mit ihrer eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen.
Am 2. August, dem Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma, nahmen sie an der zentralen internationalen Gedenkveranstaltung in Auschwitz-Birkenau teil. Dort wurde der letzten 4.300 Sinti und Roma gedacht, die in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 – trotz heftigen Widerstands – von der SS ermordet wurden. Der Gedenktag erinnert zugleich an die rund 500.000 Sinti und Roma, die im nationalsozialistisch besetzten Europa dem Völkermord zum Opfer fielen.
Für die Teilnehmenden sind die Orte der Ermordung zugleich die Grabstätten ihrer Angehörigen. Deshalb ist es Menda Yek-Gründerin Margitta Steinbach ein zentrales Anliegen, dass Erinnerung und Gedenken gemeinsam mit den Nachfahr:innen gestaltet werden – „Mit uns, nicht über uns.“
Bei der internationalen Gedenkveranstaltung sprachen unter anderem Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, der Holocaust-Überlebende Dieter Flack, Michael Brand, Beauftragter der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland, sowie Petra Bayr, Präsidentin der Parlamentarischen Versammlung des Europarates.
Michael Brand betonte die Verantwortung Deutschlands für den Holocaust an über 500.000 Sinti und Roma. Erinnerung bedeute zugleich den entschlossenen Einsatz gegen Antiziganismus und Diskriminierung sowie für eine Gesellschaft, in der Minderheiten geschützt werden und gleichberechtigt teilhaben können.
Gefördert durch den Beauftragten der Bundesregierung gegen Antiziganismus und für das Leben der Sinti und Roma in Deutschland.
Foto: Dominik Smolarek (im Auftrag des BMBFSFJ)