Diese Plätze sind verbrannt für uns

Beitrag im Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur von Sabine Adler anlässlich des Papst-Besuches in Auschwitz

Sabine Adler im Deutschlandfunk und Deutschlandradio Kultur anlässlich des Besuches von Papst Franziskus im ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz

„Sehr genau werden viele Israelis den Besuch von Papst Franziskus in dem deutschen Vernichtungslager Auschwitz beobachten. (…) Wenn Schuldirektor Arieh Barnea an Polen denkt, kommen zwiespältige Erinnerungen hoch: Zum einen haben die Nazis auf polnischem Boden den allergrößten Teil seiner Familie getötet, zum anderen waren es polnische Bauern, die seine Mutter retteten.

Der Lehrer war mehrfach in Polen, in Israel leitet er die Hilfsorganisation „Amcha“, die Holocaust-Überlebenden und deren Kindern psychologische Behandlung anbietet. Von Micha Gold zum Beispiel, einer jungen Psychologin, Anfang 30. Ihr Großvater stammt aus Polen. Neun von zehn Geschwistern wurden von den Nazis getötet, wahrscheinlich in Belzec. Der Großvater durchlitt 14 Konzentrationslager, sprach aber nie über diese Zeit. Micha Gold respektierte seinen Wunsch, Auschwitz nicht zu besuchen.“