AMCHA Israel: Hintergrund und Organisation

AMCHA, Hebräisch: eine/r von uns, wurde 1987 in Jerusalem gegründet mit dem Ziel, Überlebende des Holocaust und ihre Familien in der Bearbeitung ihrer oft schweren Traumata zu unterstützen. Hier erfahren Sie mehr über die Hintergründe und Entwicklung der Organisation.

EINE ERFOLGSGESCHICHTE

Sehr lange gab es für die Überlebenden des Holocaust in Israel keine psychotherapeutischen Angebote zur Bewältigung ihrer teils sehr schweren Traumata; schwere Depressionen, seelischen Zusammenbrüche, Angstzustände und schwerwiegende psychische und daraus resultierende physische Probleme traten vermehrt auf. Aus diesem Grund wurde 1987 mit AMCHA eine einzigartige Organisation von Holocaust-Überlebenden für Holocaust-Überlebende gegründet, um diesen sowie deren nachfolgendenden Generationen bei der Bewältigung ihrer Traumata zur Seite zu stehen.

Das Ausscheiden aus dem Berufsleben, der Verlust von Ehepartnern und engen Freunden, der Wegzug der Kinder und zunehmendes Alter führen dazu, dass lange verdrängte traumatische Erfahrungen, wie sie die allermeisten der AMCHA-Klienten während des Holocaust erlebten, mit brutaler Wucht ins Bewusstsein zurückkehren.

Weil sich viele Überlebende aufgrund emotionaler Probleme vor Ausgrenzung fürchten und weil in der Öffentlichkeit lange über die psychischen Folgen des Holocaust geschwiegen wurde, sind Holocaust-Überlebende häufig abgeneigt, Hilfe bei öffentlichen Einrichtungen zu suchen. Zudem ist das israelische Sozial- und Gesundheitssystem allein nicht in der Lage, Überlebenden und deren Familien die notwendige Unterstützung zu geben, auch weil die Arbeit mit Überlebenden ein besonderes Verständnis sowie eine hohe Sensibilität gegenüber ihren Gefühlen und Problemen erfordert, denen Mitarbeiter staatlicher Institutionen oft nicht gewachsen sind.

AMCHA setzte sich bei der Gründung 1987 das Ziel, diese Lücke zu schließen und einen Raum für die Betroffenen zu schaffen, in dem sie vertrauen können, verstanden und akzeptiert werden.

Heute kann man AMCHA als wahre Erfolgsgeschichte bezeichnen, die zehntausenden Überlebende dabei geholfen hat, zurück ins soziale Leben zu kommen. Nicht umsonst ist von AMCHA-Klienten immer wieder zu hören, dass sie von AMCHA als ihrem „zweiten Zuhause“ sprechen.

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