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Vortrag von Aurélia Kalisky in der Reihe „Die Wucht der Erinnerung – Zwischen Zeugnis und Zumutung“

Auch 2026 setzen die IPU Berlin und AMCHA Deutschland e. V. ihre gemeinsame interdisziplinäre Veranstaltungsreihe fort. Unter dem Schwerpunkt „Zeug*innenschaft“ widmet sich die Reihe den unterschiedlichen Dimensionen des Zeugnisgebens nach der Shoah und den psychosozialen Herausforderungen einer Erinnerungskultur im Angesicht des Verschwindens der Zeitzeug:innen.

Der nächste Vortrag findet am Dienstag, 17. November 2026, um 18:30 Uhr an der IPU Berlin statt. Aurélia Kalisky (Universität des Saarlandes) spricht über die Frage, was es bedeutet, widersprüchliche Familiengeschichten zu erben. Ihr Vater war Jude und überlebte die Shoah als verstecktes Kind in Belgien; ihre Mutter ist eine nichtjüdische Deutsche und stammt aus einer Familie, zu der prominente Nationalsozialisten gehörten. Ausgehend von dieser doppelten Familiengeschichte untersucht Kalisky, wie Geschichten und Schweigen, Zugehörigkeiten und Widersprüche über Generationen hinweg weitergegeben werden und individuelle wie kollektive Identitäten prägen. Dabei fragt sie, was von historischen Erfahrungen bleibt, wenn Zeugnis selbst nicht vererbbar ist, und wie Nachkommen mit unterschiedlichen, mitunter gegensätzlichen historischen Positionierungen umgehen. Zugleich beleuchtet sie, wie die Auseinandersetzung mit der Shoah und ihrer Erinnerung den Blick auf gegenwärtige Formen von Gewalt, Ausgrenzung und rassistischer Ideologie schärfen kann – auch dort, wo nationale und kollektive Identitäten sich auf vergangenes Leid berufen und zugleich neues Unrecht hervorbringen.

Ausführliche Informationen zur Veranstaltungsreihe finden Sie auf der Website der IPU Berlin.