Über Uns

AMCHA wurde 1987 in Jerusalem als Anlaufstelle für Shoah-Überlebende gegründet – mit dem Ziel, psychosoziale Folgen der NS-Verfolgung sichtbar zu machen und gezielt zu behandeln. Ein Jahr später entstand AMCHA Deutschland als Förderverein, der die Arbeit in Israel unterstützt und sich heute auch in Bildung, Fachaustausch und Erinnerungskultur engagiert.

Gründung in Israel 1987

AMCHA wurde 1987 in Jerusalem gegründet – von einer Gruppe israelischer Psycholog:innen, Therapeut:innen und Überlebenden der Shoah. Ziel war es, eine Anlaufstelle für Überlebende zu schaffen, die unter den psychischen und sozialen Spätfolgen der nationalsozialistischen Verfolgung litten – in einer Gesellschaft, die damals kaum über Traumata sprach. 

Erst in den 1980er Jahren rückten die langfristigen seelischen Auswirkungen der Shoah stärker in den Fokus – insbesondere durch die Entwicklung der Traumaforschung und der psychosozialen Praxis. Viele der AMCHA-Gründer:innen gehörten zu den Pionieren dieses neuen Feldes – und waren häufig selbst Betroffene.

AMCHA war eine der ersten Organisationen weltweit, die psychosoziale Hilfe systematisch mit der Lebensrealität der Shoah-Überlebenden verknüpfte. Was 1987 mit einer kleinen Beratungsstelle begann, ist heute ein landesweites Netzwerk mit 15 psychosozialen Zentren in ganz Israel, das jährlich zehntausende Überlebende und ihre Angehörigen begleitet.

Amcha in Deutschland 1988 (BRD/DDR) 

Ein Jahr nach der Gründung von AMCHA in Israel 1987 formierten sich auch in der Bundesrepublik Unterstützungskreise. Engagierte aus Politik und Zivilgesellschaft erkannten, dass es mehr als Entschädigungszahlungen braucht, um die langfristigen psychischen Folgen der NS-Verfolgung zu bewältigen. So entstand 1988 AMCHA Deutschland e.V. in Berlin – als Förderverein zur Unterstützung von AMCHA Israel.

Auch in der DDR gründete sich eine Gruppe vor allem jüdischer Unterstützer um Dr. Peter Fischer.  Die letzte SED-Regierung stellte 6,2 Millionen Mark für die Arbeit von AMCHA in Israel zur Verfügung – als einziges materielles Zeichen der Verantwortung gegenüber den jüdischen NS-Opfern. Nach der Wende entstand eine gesamtdeutsche Struktur.

Heute engagiert sich AMCHA Deutschland neben der Förderung auch in Bildung, Fachaustausch und internationalem Dialog, etwa zu transgenerationalem Trauma und solidarischer Erinnerungskultur, immer mit dem Ziel, psychosoziale Unterstützung sichtbar und wirksam zu machen.