Unsere Reaktion auf COVID-19: Corona brachte Unsicherheit, unsere Freiwilligen halfen

Bericht von Tali Rasner aus Israel

Das, was die Corona-Zeit charakterisiert, ist Unsicherheit und Instabilität. Unsere Aufgabe bei AMCHA bestand darin, die wirksamsten und schnellsten Wege zu finden, um mit den Überlebenden in Kontakt zu bleiben. Wir wollten ihnen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, dass sie nicht in einem traumatischen Zustand zurückbleiben.

Wir versuchen, in einer unsicheren und instabilen Realität Gewissheit und Stabilität herzustellen

Mit allen Mitteln der Kommunikation auf Distanz, am Telefon, mit Zoom, mit WhatsApp hielten wir den Kontakt zu fast 80 % der Überlebenden. Neben den alltäglichen Telefongesprächen gab es auch diejenigen, die einmal pro Woche eine telefonische Therapiestunden mit einer unserer Psycholog:innen erhielten.

Auch die sozialen Aktivitäten unserer AMCHA-Zentren wurden Dank Online-Angeboten aufrecht erhalten werden: Kurse, Vorträge und sogar Aufführungen von Theater- und Musikgruppen konnten so stattfinden.

In den letzten Wochen sind die Zentren unter sorgfältiger Einhaltung strenger Hygieneschutzmaßnahmen schrittweise geöffnet worden. Sie sind begeistert über die warme und häusliche Betreuung, die sie von unseren Mitarbeitenden erhalten.

Dank des großen Engagements unserer fast 700 ehrenamtlichen Freiwilligen konnten wir mit etwa 80% der Überlebenden trotz Lockdown in Verbindung bleiben. Nicht nur linderten sie die Einsamkeit der Überlebenden, sondern kümmerten sich auch um wichtige Besorgungen wie Medikamente und Lebensmittel.

Die Freiwilligen standen auch mit den Kindern in Kontakt und ermutigten sie, für ihre Eltern technische Hilfsmittel einzurichten, die den besseren Kontakt auf Distanz ermöglichten. Sie gingen, sobald es wieder möglich war, mit den Überlebenden im Grünen spazieren. Die Freiwilligen sind oftmals der einzige Kontakt der Überlebenden nach draußen.

„Sie ist der Schutzengel“

Das erzählte mir eine unserer Klientinnen. Zweifellos ist das immense Engagement der Freiwilligen von AMCHA in diesen Monaten voll zum Tragen gekommen.

Dank der schnellen Hilfe, auch durch AMCHA Deutschland, konnten wir in jedem AMCHA-Zentrum und bei den meisten der Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen die technische Ausstattung bereitstellen, die es braucht, um auf Distanz mit den Überlebenden in Kontakt zu bleiben.

„Es ist eine lebensrettende Beziehung“, sagte eine der Überlebenden zu ihrer Betreuerin. Die zweite sagte: „Ich dachte, das wäre es, Corona und die Einsamkeit würden mich töten. Und siehe da, ich bin nicht nur nicht tot, sondern mit meiner ehrenamtlichen Betreuerin ist ein freundschaftliches Band entstanden, das mein Leben verlängert.“