Über Leben – Gedenkveranstaltung und Auftakt 2015

Im Jahr 2015 werden mit dem 70. Jahrestag der Befreiung der Überlebenden und dem 50. Jubiläum der deutsch-israelischen Beziehungen zwei Jahrestage gewürdigt, die unmittelbar mit AMCHA Deutschland verbunden sind. In diesem Jahr können wir zugleich auf 25 Jahre erfolgreiche Unterstützung psychosozialer Hilfe für Holocaust-Überlebende und ihre Nachkommen in Israel zurückblicken. Diese Ereignisse wollen wir mit einer Reihe von Projekten und Veranstaltungen würdigen und über das Leben, Überleben und das Leben nach dem Überleben ins Gespräch kommen.

Am 27. Januar 2015, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz, präsentierte AMCHA Deutschland zusammen mit dem Willy Brandt Haus einen Theater- und Filmabend.

Wolfgang Thierse, Mitglied im Ehrenrat von AMCHA und ehemaliger Bundestagspräsident, hob dabei die Bedeutung der Hilfe für die Überlebenden heute hervor. Zunehmende Klientenzahlen machten deutlich, wie wichtig diese Arbeit auch 70 Jahre nach der Befreiung sei. Denn seelisches Leid endet nicht, Traumata wirken fort.

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Im Gespräch mit Zwi Steinitz, der 1927 in Posen geboren wurden und das Krakauer Ghetto, die KZ Plaszow, Auschwitz-Birkenau, Buchenwald, Haselhorst, Sachsenhausen und zwei Todesmärsche überlebte und seit 1990 in Behandlung bei AMCHA in Tel Aviv ist, wurde diese Notwendigkeit noch einmal sehr deutlich.

“Nach der Befreiung zeigten sich die Folgen der Verfolgung. Sie belasteten meinen Alltag, das Hungergefühl war nur eine dieser quälenden Erscheinungen. Dank des außergewöhnlichen Feingefühls und Verständnisses der Menschen bei AMCHA, die mich seit Jahren schon unterstützen, öffnete sich mein verschlossenes Herz. Zum ersten Mal befreite ich mich von der verborgenen Last, die an meiner Seele nagte. Sie öffneten nicht nur mein Herz, sie erwarben mein volles Vertrauen.”

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Wir danken für Unterstützung dem Freundeskreis Willy Brandt Haus und der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“.