28. Januar - 9. März 2016

Staatsministerin Böhmer eröffnet Ausstellung

Die Staatsministerin des Auswärtigen Prof. Dr. Maria Böhmer, MdB hat die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ von AMCHA Deutschland mit Fotografien von Helena Schätzle im Lichthof des Auswärtigen Amtes eröffnet.

Im Lichthof des Auswärtigen Amts zeigt die Ausstellung vom 29. Januar bis 9- März 2016 Einzelschicksale von Holocaust-Überlebenden und ihren Familien in Israel. Staatsministerin Maria Böhmer betonte gestern in ihrer Eröffnungsrede:

 

„Ich begrüße Sie herzlich im Auswärtigen Amt zur Eröffnung der Austellung „Leben nach dem Überleben“. Es ist mir eine besondere Freude, Pnina Katsir, George Shefi und Richard Hirschhorn zu begrüßen. Sie sind eigens aus Israel angereist, denn um Sie geht es in dieser Ausstellung. Sie sind Überlebende des Holocaust. Für mich ist dies eine Begegnung, die mich tief berührt.

Sie alle haben unvorstellbares Leid, Todesangst und den Verlust von nahen Verwandten und Freunden erfahren. Kann man diese grauenhaften Erlebnisse, den so schrecklichen Verlust von Eltern und Geschwistern, überhaupt bewältigen?

Ihre Schicksale machen uns deutlich, wie schwer dieser Weg ist, wie wichtig es ist, dabei Unterstützung zu finden. Ihre Schicksale machen uns auch deutlich, wie tief der Schmerz selbst 71 Jahre nach dem Holocaust ist. Wie Ihre Schicksale das Gedächtnis Ihrer Familien prägen, wie sie das Leben ihrer Kinder und Enkel beeinflussen. Auch das soll diese Ausstellung zeigen. […]

Viele Menschen leiden, wenn die traumatischen Erinnerungen wieder an die Oberfläche kommen, an schweren Depressionen, Angstzuständen und Verzweiflung. Die Ausstellung „Leben nach dem Überleben“ dokumentiert Einzelschicksale und die Arbeit von AMCHA. Die Bilder zeigen, dass die Aufarbeitung der Traumata eine Gegenwartsfrage ist. Sie zeigen aber auch, wie ein Weg wieder zurück ins Leben führen kann.

Die Fotografin Helena Schätzle nimmt den Betrachter mit. Mit in die Familien, in Momente der Trauer, Einsamkeit, Angst. Sie führt sie aber auch in den lebendigen Alltag der Überlebenden, zeigt Freude und Geborgenheit. Diese sehr persönliche Verarbeitung der Vergangenheit mahnt uns Deutsche, dass wir eine besondere Verantwortung tragen. Dass unsere Vergangenheit immer auch Teil der Gegenwart und Zukunft ist. Dass die Shoa ein untrennbarer Teil davon ist, den wir nie vergessen!

[…] Der Holocaust ist Mahnung für uns alle. Deshalb stellen wir uns mit aller Macht gegen jede Form von Antisemitismus.
Wir machen denjenigen, die antisemitische Parolen rufen, jüdische Friedhöfe schänden oder jüdische Mitbürger angreifen, deutlich: Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit haben in Deutschland keinen Platz!

Die Erwartung, wachsam gegenüber Unmenschlichkeit zu bleiben und sich gegen Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu stellen, gilt ausnahmslos für alle Menschen, die in unserem Land leben wie auch für diejenigen, die zu uns gekommen sind.

Eine besondere Verantwortung tragen wir auch angesichts der humanitären Herausforderungen, vor denen wir aktuell in Deutschland, in Europa und weltweit durch Flucht und Migration stehen.

Viele der Menschen, die nun bei uns Schutz suchen, tragen tiefe Wunden. Es sind Erfahrungen von Krieg, Gewalt und Leid. Auch sie lassen uns spüren, welche Traumata Flucht und Vertreibung erzeugen. Im vergangenen Jahr war es 50 Jahre her, dass Israel und die Bundesrepublik Deutschland diplomatische Beziehungen aufgenommen haben.“

Hier können Sie die ganze Rede nachlesen:

http://www.auswaertiges-amt.de/…/160129_StM_B_%C3%9Cberlebe…

‪#‎amchaleben‬