27. Januar 2015: Gedenkveranstaltung in Dortmund

Zur zentralen Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in Dortmund wird am 27. Januar im Rathaus der Stadt die Arbeit mit Überlebenden des Holocaust im Blickpunkt stehen.

Dr. Peter Fischer, Ehrenvorsitzender von AMCHA Deutschland, die Organisatorinnen von Heimatsucher e.V. und die Weingartenschule am See wurden ins Dortmunder Rathaus eingeladen, um ihre Arbeit vorzustellen.

Hier finden Sie die Ankündigung zur Veranstaltung

„Der Holocaust ist Geschichte. Doch in den Erinnerungen vieler Überlebender ist er tägliche Gegenwart, vor allem für sogenannte Kinderüberlebende. Gerade im Alter, mit dem Verlust des Partners, dem Wegzug der Kinder und einer zunehmenden Immobilität nimmt die Traumata-Belastung stetig zu. Sie führt oftmals zu Depressionen, Isolation, Albträumen und Panikattacken. Deshalb nimmt die Zahl derer, die Hilfe benötigen, nicht wie lange vermutet kontinuierlich ab, sondern sie steigt.

Hilfe finden sie bei AMCHA (hebräisch für dein Volk): Das 1987 von Überlebenden für Überlebende gegründete „Israelische Zentrum für psychosoziale Hilfe für Überlebende des Holocaust“ betreut in 14 Zentren derzeit erfolgreich mehr als 16.000 der rund 200.000 Holocaustüberlebenden in Israel. Sie im Kampf gegen die Traumata zu unterstützen, ihnen einen Lebensabend ohne Albträume und Ängste zu ermöglichen und die Gegenwart nicht von den Erinnerungen der Vergangenheit dominieren zu lassen sind Aufgabe und Ziel von AMCHA.

Auch das Projekt »HEIMATSUCHER–Schoah-Überlebende heute« beleuchtet im Rahmen von Ausstellungen und Seminaren mit Schulklassen die Lebensgeschichten Überlebender. Aus eigener Erfahrung mit Zeitzeugen-Begegnungen erzählen zwei der Projektleiterinnen des Zeitzeugenprojekts HEIMATSUCHER von Strategien des Weitermachens. Sie berichten von Menschen, die nach dem Unaussprechlichen die Kraft fanden, ihren eigenen Weg weiterzuverfolgen und sich ein neues Zuhause aufbauten.

Im Rahmen der Veranstaltung werden Dortmunder Grundschüler einen eigenen Beitrag zum Gedenktag leisten. Schülerinnen und Schüler der Weingartenschule am See haben Spuren der jüdischen Familie Lewy in Hörde und den Niederlanden gesichert. Im Mittelpunkt steht das Schicksal von Bertha Mathilde Lewy, die im Alter von neun Jahren in Sobibor ermordet wurde. Die Schüler stellen ihre Arbeit zum Schicksal dieser jüdischen Familie am Holocaustgedenktag vor.“

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V., des Jugendringes Dortmund, des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerkes (IBB Dortmund), der Auslandsgesellschaft NRW e.V., der VHS Dortmund, der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, dem Schulreferat der Evangelischen Kirche Dortmund und der Evangelischen Jugendkirche.