30. Juni 2016: Das Trauma nicht überpathologisieren

Artikel im Deutschen Ärzteblatt über den Erfahrungsaustausch in der Arbeit mit Überlebenden des Holocaust und Geflüchteten

Das Deutsche Ärzteblatt‬ berichtet über die Tagung „Traumatische Zeiten“ der BAfF und medico international, auf der Dr. Martin Auerbach, Klinischer Direktor von AMCHA Israel, über die psychosozialen Ansätze in der Arbeit mit Überlebenden des Holocaust sowie unseren deutsch-israelischen Fachaustausch PresentPast berichtete.

„Auerbachs Erfahrungen aus seiner Arbeit mit Holocaust-Überlebenden lassen sich teilweise auf die psychoso­ziale Versorgung traumatisierter Geflüchteter in Deutschland übertragen. Der Neuanfang in Israel oder Palästina endete für viele enttäuschend. Denn sie wurden nur langsam integriert und viele Jahre von der Gesellschaft nicht anerkannt. „Zwei wichtige Faktoren, die Flüchtlinge heute erneut erfahren und das Trauma verstärken können“, sagte Auerbach. Was ihnen viele Jahre geholfen hat, war die Beschäftigung, eventuell auch eine Überbeschäftigung. „Erst in den letzten Lebensabschnitten beobachten wir eine Reaktivierung der verzögerten Trauer“, berichtete Auerbach.“