Chanukkah Highlights

Unser Wirken in einem herausfordernden Jahr 2020

Chag Chanukkah Sameach – auf dass Licht die Finsternis erhellt! An jedem der acht Chanukkah-Tage wird eine Kerze entzündet – und wir stellen in den nächsten Tagen wie jedes Jahr mit den ChanukkaHighlights ausschnittsweise unser Wirken vor.
#1 Regina Steinitz und Ruth Malin überlebten die Shoah im Versteck in Berlin. Chanukkah weckt bei ihnen besondere Erinnerungen: als Fest der Freude, aber auch der Trauer um die verlorene Kindheit. Die Erinnerung an die Zeit ihrer Verfolgung ist uns Verpflichtung. Sie in ihren traumatisierenden Erinnerungen zu begleiten unser Auftrag.

#2 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dessen Frau Elke Büdenbender reisten im Januar aus Anlass der Befreiung von Auschwitz nach Israel und wurden dabei von Lukas Welz, AMCHA Deutschland, begleitet. Dort wurden sie von Martin Auerbach, klinischer Leiter von AMCHA Israel, in die psychosoziale Hilfe eingeführt und kamen mit Überlebenden der Shoah ins Gespräch.
„Ich will ihnen versichern, dass wir um die Verantwortung Deutschlands wissen,“ sagte Steinmeier im Rahmen seines Treffens mit Überlebenden der Shoah bei AMCHA in Jerusalem.

#3 Die langfristigen Folgen der Verfolgung prägen die Überlebenden der Shoah ein Leben lang. Angesichts der COVID19-Pandemie werden Erinnerungen an traumatisierende Erfahrungen während der Shoah bei vielen Überlebenden noch präsenter. AMCHA Israel konnte einen Großteil der hilfesuchenden Überlebenden durch Therapie auf Distanz weiter erreichen. AMCHA Deutschland e.V. konnte Soforthilfe, die notwendige technische Umrüstung und die Trainings der Therapierenden bei AMCHA Israel durch Zuwendungen und Förderungen der Alfred Landecker Stiftung und des Auswärtigen Amtes unterstützen.

#4 Zum Yom HaShoah, dem israelischen Holocaust-Gedenktag, organisierte AMCHA Israel die Solidaritätsaktion „Sich gemeinsam erinnern, um sich aus der Ferne zu umarmen“.
Tausende Israelis haben ihre Solidarität mit den Überlebenden in diesen schweren Zeiten der COVID-19-Pandemie auf selbst gebastelten Schildern zum Ausdruck gebracht. Und viele Überlebende wie Josef Kleinmann aus Jerusalem bedankten sich für die Unterstützung.

#5 Aufgrund der COVID19-Pandemie mussten die meisten Gedenkveranstaltung anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung abgesagt werden. Für viele Überlebende war dies die vermutlich letzte Möglichkeit, am Ort der Verfolgung den ermordeten Angehörigen und Freunden zu gedenken.
Wir haben uns entschlossen, zum 8. Mai das Schicksal von Regina Steinitz und Ruth Malin in den Mittelpunkt eines Online-Zeitzeuginnengesprächs zu rücken. Die beiden Zwillingsschwestern wurden 1930 in Berlin geboren, überlebten die Shoah dort im Versteck und erlebten den Tag der Befreiung am 8. Mai 1945 ebenda. Heute leben sie in Tel Aviv und werden von AMCHA unterstützt.
Hier kann das Gespräch nochmals angesehen werden: https://www.youtube.com/watch?v=oe4NCL81zTY&t

#6 Alisa Gadas übernahm im Herbst die Leitung unserer Geschäftsstelle. Sie studierte Geschichte und Europäischen Ethnologie mit Schwerpunkt auf deutscher Geschichte des 20. Jahrhunderts und Erinnerungskulturen und ist bereits seit 2018 bei AMCHA Deutschland e.V. tätig. Herzlich willkommen im Team! Nach zehn Jahren Tätigkeit für AMCHA Deutschland, hat Christian Krause sich neuen beruflichen Herausforderungen gestellt. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm auch auf diesem Wege nochmals alles Gute!

#7 Am 16. Dezember 1942 erließ Heinrich Himmler den Befehl zur Deportation der Sinti und Roma in das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Die Diskriminierung und Verfolgung hat damit nicht begonnen. Und sie ist mit der Befreiung 1945 leider auch nicht vorbei. Möge ihr Andenken ein Segen sein und der Genozid an den Sinti und Roma nicht in Vergessenheit geraten!
Mit unserem PresentPast Programm fördern wir den transnationalen Dialog über psychosoziale Hilfe nach kollektiver Gewalterfahrung. Im August konnten wir auf Workshops in Prag und Berlin erste Ergebnisse unserer Pilotstudie über nicht-klinische Ansätze und seelische Gesundheit in Sinti-/ Roma-Gemeinschaften in Deutschland und Tschechien über Generationen hinweg vorstellen.
Wir danken für die Offenheit aller am Projekt Beteiligten und die Zusammenarbeit mit Partner:innen aus den Communities. Das Projekt wurde aus Mitteln der Open Society Foundations realisiert.

#8 Jahrestage für alle? Das Projekt Gegenerinnerungen, geleitet von Alisa Gadas, befasste sich mit jüdischen Perspektiven auf 30 Jahre deutsche Einheit. Der Kanon vielfältiger jüdischer Erinnerungen hat das Potential, die sich verfestigenden deutsch-deutschen Erfolgserzählungen von 1989/90 zu irritieren, zu ergänzen und herauszufordern. Die Geschichte von AMCHA Deutschland ist eng mit dieser Zeit der gesellschaftlichen Umbrüche verbunden. Die Interviews und Diskussionen finden Sie auf der Projektwebseite: www.gegenerinnerungen.de