Die AMCHA-Stiftung würdigt Dr. Peter Fischer

In einer kleinen Feierstunde, die sich an die Sitzung des Kuratoriums am 20. März 2014 anschloss, würdigte die Stiftung Dr. Peter Fischer für seine großen Verdienste um AMCHA. In verschiedenen Funktionen hatte sich Dr. Fischer seit 1989 insbesondere als Vorsitzender des AMCHA Deutschland e.V. und als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungskuratoriums für die Hilfe für die Überlebenden des Holocaust eingesetzt. Die Arbeit von AMCHA in Deutschland bekannt zu machen und sie gerade von Deutschland aus auch spürbar zu befördern, ist ihm bis heute ein Herzensanliegen. Als sein langjähriger Wegbegleiter seit der Gründungsphase der Stiftung hielt Klaus-Henning Rosen die Laudatio. Er rief in seiner Rede die Geschichte von AMCHA in Deutschland in Erinnerung und würdigte den treibenden Anteil Dr. Fischers an der Hilfe für die jüdischen Überlebenden:

„Von Anbeginn und das machte Ihre Rolle, Herr Dr. Fischer, so wichtig, waren Sie der Motor der […] Hilfe für die Holocaustopfer. Von Anbeginn waren Sie bemüht – und das sind Sie ja, wie wir dankbar anerkennen, auch nach Ihrem Abschied vom aktiven AMCHA-Dienst – Unterstützer mit Hilfe Dritter zu gewinnen. Ich finde es großartig, dass es Ihnen dabei nicht ausschließlich darum ging, zusätzliche Finanzmittel zu bekommen, sondern die Erfahrung des Holocaust als unverzichtbaren Teil der deutschen Erinnerungskultur weiterzugeben. Eric Hobshawn hatte, „die Zerstörung der Vergangenheit“, wie er es nannte, als eines der charakteristischsten Phänomene des 20. Jahrhunderts bezeichnet; damit meinte er den Verlust „jenes sozialen Mechanismus, der die Gegenwartserfahrung mit derjenigen früherer Generationen verknüpft“. Hier leistet AMCHA einen aktiven Dienst, damit diese Verknüpfung mit dem Geschehen des Holocaust nicht verloren geht. Für Elie Wiesel war eine solche Verknüpfung auch deshalb wichtig, weil das Opfer der Umgekommenen nur dann einen Sinn macht, wenn auf diese Weise ein vergleichbares Leiden, wie es den Juden widerfahren war, erspart werden könne. […]“

Anstatt eines Präsentes stellten die Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstands der Stiftung einen privaten Spendenbetrag für AMCHA zur Verfügung. Dr. Peter Fischer sprach allen Anwesenden und im Besonderen Klaus-Henning Rosen seinen herzlichsten Dank aus.

Erste Sitzung des AMCHA-Stiftungs-Kuratoriums in 2014

Am 20. März 2014 kam das Kuratorium der AMCHA-Stiftung zur seiner ersten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Klaus-Henning Rosen wurde vom Kuratorium für eine weitere Amtszeit als Kurator bestellt. Das Aufsichtsgremium der Stiftung nahm zudem die Financial Statements 2012 – den geprüften Finanzbericht von AMCHA Israel – entgegen.

Roel van Praag, langjähriges Mitglied des Stiftungsvorstands und Schatzmeister, ist auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand der Stiftung ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger hat das Kuratorium Herrn Daniel Schüle bestellt. Herr Schüle ist seit 2011 Geschäftsführer der Deutschen Staßenwacht e.V. Zuvor arbeitete er von 2005-2011 für die Robert Bosch GmbH, zuletzt als Referent für Politikbeziehungen in Berlin und Brüssel.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Susanne Krause-Hinrichs, stellte die Dokumentation zum Tandem-Projekt vor. Das Tandem-Projekt der Stiftung hatte im vergangenen Jahr Goßeltern- und Enkelpaare aus Deutschland und Israel zusammengeführt. Frau Krause-Hinrichs berichtete über die nachhaltigen, freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen den Teilnehmern des Projekts entstanden seien. Das beteiligte Evangelische Gymnasium Kleinmachnow werde sogar in Kürze eine Schülerreise nach Israel veranstalten.

In einer kleinen Feierstunde, die sich an die Sitzung des Kuratoriums anschloss, würdigte die Stiftung Dr. Peter Fischer für seine großen Verdienste um AMCHA.

Zahl traumatisierter Holocaust-Überlebender erreicht Höchsstand

Massiver Anstieg um 18 Prozent auf über 16.000 Patienten in den letzten zwei Jahren: Anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz warnt die deutsche Sektion von AMCHA, dem israelischen Zentrum zur psychosozialen Hilfe für Überlebende des Holocausts, davor, während des Gedenkens an die Toten die wachsende Zahl der auf psychologische Hilfe angewiesen Überlebenden zu ignorieren.

In Israel leben heute noch etwa 200.000 Überlebende. Obwohl diese Gruppe stetig kleiner wird, wächst die Zahl derer stark an, denen aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen ein selbstständig soziales Leben immer weniger möglich wird.

Das späte Auftreten von Traumata als Folge der Erfahrungen von Verfolgung, Zwangsarbeit oder Gewalt ist jedoch nicht ungewöhnlich: ”Traumatische Erinnerungen treten wieder auf oder verstärken sich besonders dann, wenn Tätigkeiten wie Beruf, Familie oder soziale Kontakte abnehmen. Menschen fangen an, sich intensiver mit sich selbst, ihrer Vergangenheit und dramatischen Erfahrungen zu beschäftigen. Die Betroffenen sind dagegen machtlos, die Folgen sind oftmals schwere Depressionen, soziale Isolation und Angstzustände” so Martin Auerbach, psychologischer Leiter von AMCHA Israel.

Spezielle Angebote

Hier greift AMCHA ein: 1987 in Israel von Überlebenden für Überlebende gegründet, ist AMCHA eine einzigartige Organisation, die auf die besonderen Bedürfnisse von Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen eingeht. AMCHA bietet in Israel spezielle Psychotherapien, Aktivitäten in Sozialclubs sowie Hausbesuche für Überlebende, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. In den letzten 25 Jahren hat sich AMCHA zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt und tausenden Betroffenen den Weg zurück in ein würdiges Leben ermöglicht. „Wir wollen niemandem helfen zu vergessen oder zu verdrängen! Wir helfen mit Erfolg, die Gegenwart trotz der Vergangenheit wieder lebenswert zu gestalten. Es ist einfach fantastisch zu sehen, wie gebrochene Menschen wieder optimistisch durchs Leben gehen” so Lukas Welz von AMCHA Deutschland.

Hilfsangebote in Gefahr

Diese Hilfe gerät zunehmen in Gefahr: Da die Problematik von Traumata kaum wahrgenommen wird, sinken Spenden und Zuwendungen. Schon heute zahlen AMCHA-Klienten einen Teil der Kosten für Therapien und Sozialclubbesuche selbst. „Noch musste kein hilfesuchender Holocaustüberlebender abgewiesen werden. Aber diese Situation wird zwangsläufig eintreten, wenn in den kommenden Jahren bei immer mehr Bedarf immer weniger Mittel für zur Verfügung stehen“ so Welz. AMCHA Deutschland startet daher einen erneuten Spendenaufruf und hofft auf breite Unterstützung aus Deutschland.

Zum Jahresende

Auch im zurückliegenden Jahr haben mehr Menschen Hilfe bei AMCHA gesucht, als je zuvor. Für Ihre Unterstützung der wichtigen Arbeit möchten wir uns bei Ihnen im Namen von AMCHA Israel herzlich bedanken und freuen uns, die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im nächsten Jahr fortsetzen zu können!

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir frohe Tage und ein gesundes und glückliches 2014!

Shana tova aus Jerusalem – Herzlichen Dank für Ihre Unterstützung!

Anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes Rosh HaShana wollen wir Ihnen im Namen von AMCHA Israel und AMCHA Deutschland unseren besonderen Dank und Anerkennung für Ihren Beitrag und die Unterstützung unserer Arbeit aussprechen!

Aus Jerusalem senden wir herzliche Wünsche für das neue Jahr 5774!

Shana Tova,

Dan Waldman

Direktor von AMCHA Israel

Trauer um Wolfgang Lüder

Fast zwanzig Jahre war der Rechtsanwalt und ehemalige Bürgermeister von Berlin, Wolfgang Lüder, mit AMCHA verbunden. Insbesondere in der Gründungsphase der AMCHA-Stiftung hatte er mit seinem Interesse am Anliegen von AMCHA und seinem wundervollen Engagement maßgeblichen Anteil an der Errichtung der Stiftung und hat mit seiner juristischen Weitsicht die Grundlagen für die spätere erfolgreiche Arbeit der AMCHA-Stiftung geschaffen.
AMCHA und unseren Bemühungen galten seither Jahr für Jahr seine liebevolle Aufmerksamkeit. Verlässlich und mit der ihm eigenen Sensibilität war er uns juristischer Beistand und ratgebender Freund, viele Jahre auch als Mitglied des AMCHA Deutschland e.V. Am 19. August 2013 ist Wolfgang Lüder verstorben. Wir gedenken seiner in großer Dankbarkeit. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seinen Kindern und Enkeln.