Bundespräsident a.D. Joachim Gauck

Aus der Eröffnungsrede des Bürgerfestes des Bundespräsidenten 2015:

„Der Passivität, der Gleichgültigkeit und der Ignoranz etwas entgegensetzen – das gelingt vielen von Ihnen, liebe Gäste, auf eine Weise, die mir größten Respekt abverlangt. Das gilt für das Miteinander im Kiez genauso wie für die Freiwilligenprojekte im Ausland. Auch dafür haben wir beeindruckende Beispiele: Mutige Frauen und Männer im Kampf gegen Ebola, UNICEF für Kinderrechte weltweit oder die Wegbegleiter von AMCHA, die Überlebende der Schoah und ihre Familien in Israel unterstützen.“

Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier

Dr. Frank-Walter Steinmeier:

„Der von Holocaust-Überlebenden gegründete Verein leistet seit 1987 mit psychotherapeutischen Gesprächen, Hausbesuchen und Sozialclubs wertvolle Arbeit und unterstützt Überlebende und ihre Nachkommen auf vielfältige Weise.

Zehntausenden Überlebenden hat AMCHA geholfen, ins soziale Leben zurückzukehren, viele von ihnen sprechen von AMCHA als ihrem „zweiten Zuhause“. Das ist ein großartiger Erfolg. Besonders freut mich, dass die Ausstellung nach weiteren Stationen in Deutschland auch in Israel gezeigt werden wird.

70 Jahre nach Kriegsende sind immer weniger Holocaust-Überlebende unter uns, insbesondere in Deutschland. Umso mehr freue ich mich, dass trotz des unfassbaren leids, das ihnen angetan wurde, jüdisches Leben in Deutschland wieder aufblüht. Kinder, Enkel und Urenkel nicht nur von Holocaust-Überlebenden, sondern Juden aus aller Welt fassen wieder Vertrauen in unser Land und leben gerne hier. Diese Entwicklung kann man nur als Wunder bezeichnen, über die wir uns freuen und an dem die Arbeit von AMCHA ihren Anteil hat.“

Yehuda Bacon

ist Künstler und Unterstützer von AMCHA, wurde 1929 in Mährisch Ostrau geboren. Er überlebte Theresienstadt, Auschwitz-Birkenau, Mauthausen und Gunskirchen.

„Traumata, die viele Jahrzehnte unterdrückt waren, brechen wieder auf, wenn unsere Kinder so alt sind, wie wir es waren, als wir befreit wurden, oder wenn die Einsamkeit uns zurück versetzt in das Lager. In Israel gibt es eine Organisation, der ich verbunden bin, da sie uns Überlebenden hilft, mit dem Überleben und den Folgen der Verfolgung umzugehen und denjenigen Wärme, Vertrauen und Hilfe zu spenden, die sie brauchen: AMCHA wurde 1987 als Selbsthilfeorganisation von Überlebenden für Überlebende gegründet, um psychosoziale Hilfe zu leisten. Mehr als 17<TH>000 Menschen hilft AMCHA heute jährlich, und es werden jedes Jahr mehr. Nach der Befreiung war ich zugleich 16- und 80-jährig – wegen der Erfahrungen, die kein normaler Mensch hatte. Heute bin ich 86, doch Auschwitz, das ich mit 16 Jahren verlassen konnte, ist immer präsent.“

Giselle Cycowicz

Dr. Giselle Cycowicz ist Psychotherapeutin bei AMCHA Jerusalem. Geboren 1927 in Chust, überlebte sie Auschwitz-Birkenau.

„Für mich als Psychologin und Überlebende ist es dabei sehr wichtig, Raum zu haben, um Fragen an das eigene Lebensschicksal zulassen zu können. Dann ist es unheimlich erleichternd, sich einem Umfeld zu wissen, in dem man seinen Gefühlen freien Lauf lassen kann. Ich glaube, das größte Verdienst von AMCHA ist der Grundsatz, dass wir die Menschen, die zu uns kommen, nie abweisen und dass wir sie nie fallen lassen. Wir geben Ihnen das Vertrauen, sie bis an ihr Lebensende zu begleiten und für sie da zu sein.“

 

Zwi Steinitz

ist seit 1990 in Behandlung bei AMCHA Tel Aviv. Geboren 1927 in Posen, überlebte er das Ghetto Krakau, die Konzentrationslager Plaszow, Auschwitz, Buchenwald, Haselhorst und Sachsenhausen, sowie zwei Todesmärsche.

„Nach der Befreiung zeigten sich die Folgen der Verfolgung. Sie belasteten meinen Alltag, das Hungergefühl war nur eine dieser quälenden Erscheinungen. Dank des außergewöhnlichen Feingefühls und Verständnisses der Menschen bei AMCHA, die mich seit Jahren schon unterstützen, öffnete sich mein verschlossenes Herz. Zum ersten Mal befreite ich mich von der verborgenen Last, die an meiner Seele nagte. Sie öffneten nicht nur mein Herz, sie erwarben mein volles Vertrauen.“

Charlotte Knobloch

Charlotte Knobloch ist Mitglied im Ehrenrat von AMCHA Deutschland und seit 1985 Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Von 2006 bis 2010 war sie Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland und von 2005 bis 2013 Vizepräsidentin des Jüdischen Weltkongresses.

AMCHA hat es sich zum Ziel gemacht, Überlebenden des Holocaust zu helfen. Diese Aufgabe verdient nicht nur höchste Anerkennung, sondern vor allem auch finanzielle und ideelle Unterstützung. AMCHA braucht Hilfe, um helfen zu können. Setzen auch Sie ein Zeichen der Menschlichkeit. Ich danke Ihnen.“