„Mut zum Leben“

Die Städte Celle und Eberswalde engagieren sich seit Jahren auf herausragende Weise für AMCHA und die Überlebenden des Holocaust. In den kommenden Monaten wird in beiden Städten im Rahmen von Benefizveranstaltungen zugunsten von AMCHA der Film „Mut zum Leben“ der Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior zu sehen sein.

Der Film porträtiert vier außergewöhnliche Menschen von beeindruckendem Lebensmut, unzerstörter Hoffnung und tiefer Mitmenschlichkeit. Nie wieder soll ein Mensch erleben müssen, was ihnen widerfahren ist – dafür treten Esther Bejarano, Yehuda Bacon, Éva Pusztai-Fahidi und Greta Klingsberg bis ins hohe Alter ein.

Esther Bejarano, Sängerin, 88, Hamburg:
„Wenn ich das schon überlebt habe, dann muss ich doch wieder anfangen zu leben und alles dafür tun, dass so etwas nie wieder geschieht.“

Yehuda Bacon, Maler, 83, Jerusalem:
„Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt.“

Éva Pusztai-Fahidi, Autorin, 87, Budapest:
„In uns, die wir aus Auschwitz zurückgekommen sind, ist die Lebenskraft sehr tief. Wir wissen, wie teuer das Leben ist.“

Greta Klingsberg, Sängerin, 83, Jerusalem:
„Überlebt zu haben, ist noch keine Auszeichnung. Es kommt doch darauf an, was man daraus macht.“

Sie erfuhren die Unmenschlichkeit am eigenen Leibe und wurden zu Lehrern der Menschlichkeit. Sie haben Auschwitz überlebt und machen Mut zum Leben.

Am 23. Spetember in Eberswalde und am 9. November in Celle wird jeweils die Regisseurin Christa Spannbauer anwesend sein und ihren besonderen Film vorstellen.

Auf beide Veranstaltungen werden wir auch noch einmal im Einzelnen hinweisen.

3. Runder Tisch Jüdischer Organisationen in Deutschland

Auf Einladung des Zentralrats der Juden in Deutschland kamen heute in Berlin Vertreterinnen und Vertreter jüdischer Organisationen zusammen, um eine stärkere Vernetzung und aktuelle Anliegen zu diskutieren. Auch AMCHA Deutschland war wieder eingeladen und wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden, Rouven Sperling, vertreten.

 

Hier können Sie einen Bericht der Jüdischen Allgemeine zu dem Treffen lesen.

Israelischer Shoah-Gedenktag bei AMCHA Tel Aviv

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Opfer der Shoah gedacht. Auch bei AMCHA fanden Gedenkzeremonien statt. AMCHA Tel Aviv lud im Anschluss an die Zeremonie zum Dialog der Generationen ein. Die Fotografin Helena Schätzle hatte die Gelegenheit, dies fotografisch zu dokumentieren.

Zum Shoah-Gedenktag in Israel

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Yom HaShoah, der Gedenktag zur Erinnerung an die Shoah, begangen. In den AMCHA-Zentren in Israel sind an diesem Tag Tausende Menschen aller Generationen zusammengekommen, um gemeinsam zu gedenken, sich zu erinnern und auszutauschen. An einer bewegenden Zeremonie in Tel Aviv konnte auch Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., teilnehmen. Neben Überlebenden der Shoah kamen Kinder und Enkelkinder der Überlebenden, aber auch Menschen zusammen, deren Familie keine Shoah-Vergangenheit teilt. Im Anschluss an die Zeremonie wurden in Workshops verschiedene Angebote der AMCHA-Sozialclubs und Psychotherapien vorgestellt. Im Bild zu sehen ist der Musik-Workshop, der vom Chor der Überlebenden mitgestaltet wurde.

Tali Rasner, Leiterin von AMCHA Tel Aviv, sprach von einem wichtigen Tag für AMCHA: „Es ist toll zu sehen, wieviele Generationen heute zu uns gekommen sind. Für die Überlebenden ist die Präsenz so vieler junger Menschen, Schüler, Studenten ein wichtiges Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind!“

»Fluchten. Wie ein junges Mädchen den Holocaust überlebte« – Buchpräsentation und Zeitzeugengespräch mit Eva Erben und Günther Jauch

30. Januar 2014, 18 Uhr

Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin

Eva Erben (*1930) stammt aus dem Sudetenland. Ihre Eltern, Jindrich und Marta Löwidt, beschlossen 1936, in die tschechoslowakische Hauptstadt Prag zu ziehen. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 15. März 1939 änderte sich ihr Leben schlagartig. Im Dezember 1941 wurden die Löwidts in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Der Vater wurde 1944 nach Kaufering verschleppt und ermordet. Eva und ihre Mutter kamen nach Auschwitz-Birkenau, dann in ein Außenkommando des KZ Groß-Rosen. Im Februar 1945 trieb die SS sie auf einen ›Todesmarsch‹, den die Mutter nicht überlebte. Eva gelang die Flucht und wurde von einer tschechischen Familie versteckt. 1948 wanderte sie mit ihrem Ehemann über Frankreich nach Israel aus.

Während der Veranstaltung wird auf die Arbeit von AMCHA hingewiesen.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.

Programm

Begrüßung
Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Grußwort
André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin

Gespräch
Eva Erben und Günther Jauch

Gedenkgottesdienst zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Gemeinsamer Gottesdienst von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Evangelischer Kirchengemeinde in der Friedrichstadt und der Französischen Kirche in Berlin am

27. Januar 2014, 19.00 Uhr

Heilig Kreuz-Kirche, Berlin-Kreuzberg

Im Gottesdienst wird auf die Arbeit von AMCHA in Israel hingewiesen.

Gottesdienst im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die wenigen Lebenden in Auschwitz. Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Wir werden gedenken in diesem Gottesdienst, wir – die Kinder und Kindeskinder der Vorbereiter, der Propagierer, der Täter, der Ermöglicher, der Profiteure des Massenmords. Dies tun wir, indem wir innehalten, den Gott Israels anrufen: ihm klagen, ihn bitten, auf Worte aus Israels Bibel hören und in diesen Worten auf Weisung hoffen auch für uns. Vor allem hören wir auf Psalm 3, den Wochenpsalm, an dessen Schluss es heißt: dein, Ewiger, ist die Befreiung.

Filmdokumentation zum deutsch-israelischen Tandem-Projekt

Im Rahmen unserer deutsch-israelischen Begegnungswoche trafen mehrere Holocaust-Überlebende auf gleichaltrige Deutsche – das Besondere: Alle hatten ihre Enkel mitgebracht. Die persönliche Begegnung, das Kennenlernen der verschiedenen Lebensgeschichten, hat über Nationen- und Generationengrenzen hinweg Brücken entstehen lassen.

Auf youtube können Sie nun eine filmische Dokumentation der Begegnung ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=ru5uCxBmMHY

 

Deutsch-israelische Begegnung der Generationen: Das Tandem-Projekt

Die Begegnung der Generationen „Das Tandem-Projekt“ brachte drei Großeltern-Enkel-Paare aus Israel mit drei Großeltern-Enkel-Paaren aus Deutschland – vorwiegend aus der Region Berlin-Brandenburg – für eine Woche zusammen. Auf Einladung der AMCHA-Stiftung Deutschland und der Stiftung Begegnungsstätte Gollwitz verbrachten sie die Tage vom 16. bis 21. Juni gemeinsam auf Schloß Gollwitz.

Begegnungen der Generationen-5Drei der israelischen Großeltern sind in Deutschland geboren und haben als Kinder den Holocaust überlebt. Sie sind Klienten von AMCHA in Israel. Auch die Leiterin des AMCHA-Zentrums in Jerusalem, Yohanna Gottesfeld, gehörte zur Reisegruppe. Auf gemeinsamen Ausflügen nach Berlin und Chemnitz, zu den Familienwurzeln der Teilnehmer Reuven Reiter und George Sheffi oder beim abendlichen Musizieren, kamen sich die Teilnehmer näher. Sie besuchten das Evangelische Gymnasium Kleinmachnow und führten dort Zeitzeugengespäche mit Schülern verschiedener Klassenstufen. Die Schüler zeigten sich stark beeindruckt, wieviel Lebensfreude die Überlebenden trotz des erlebten Leids ausstrahlten.

43200046In dieser einen Woche entwickelte sich ein intensiver, freundschaftlicher Austausch. Das Interesse für die jeweiligen Biographien der Deutschen und der Israelis innerhalb, aber auch zwischen den Generationen war groß. Die Enkel erlebten ihre Großeltern in einem anderen Kontext und hörten sie zum Teil das erste Mal über ihre Vergangenheit reden.

Malte aus Kleinmachnow: „Es ist das erste Mal, dass meine Großmutter so über ihre Vergangenheit spricht, bisher meinte Sie immer, Sie hätte nichts zu berichten“.

Richard Hirshhorn erzählte seine Lebensgeschichte zum ersten Mal in deutscher Sprache in Deutschland: “Ich finde es großartig, dass man sich in Deutschland so mit der Vergangenheit beschäftigt und solche Projekte macht, deshalb spreche ich hier zum ersten Mal auch auf Deutsch“.

Sein Enkel Adar: „Nächstes Jahr will ich wiederkommen“.

 

Sehen Sie hier ein Video über das Projekt.

 

Das „Tandem-Projekt“ wurde gefördert und verwirklicht von:

Amcha-LogoLogo-Stiftung-GollwitzF. C. Flick Stiftung - Logo  EVZ_DT_LOGO_RGB

Gedenkkonzert zum 1. Gefangenentransport nach Auschwitz

Anlässlich des 1. Gefangenentransportes nach Auschwitz laden Musikerinnen und Musiker aus Oświęcim, Berlin und Tel Aviv zum Gedenkkonzert am 12. Juni 2013 um 19.00 Uhr in die Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche ein. Interpretiert wird die Suite aus der Oper „Das Frauenorchester von Auschwitz“ mit Lesungen und einer Andacht von Rabbiner Daniel Alter und der Pfarrerin Dr. Cornelia Kulawik.

Während des Gedenkkonzertes kann für die Arbeit von AMCHA gespendet werden. Im Anschluss laden wir Sie herzlich zu einem kleinen Empfang in der Gedächtniskirche ein. Anmeldung unter: berlin@city-of-peace.eu

Jahresversammlung Aktion Sühnezeichen Friedensdienste „Erzähle weiter!“

Vom 24. bis 26. Mai 2013 hat Aktion Sühnezeichen Friedensdienste seine Jahrestagung zum Thema „Erzähle weiter! – Lebendige Geschichte in der Begegnung der Generationen“ in Berlin durchgeführt. Achtzig Jahre nach der nationalsozialistischen Machtübernahme erinnerten etwa 170 Teilnehmende im generationsübergreifenden Gespräch mit Künstler_innen, Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen an die Geschichte des 20. Jahrhunderts und diskutierten die Entwicklungen des 21. Jahrhunderts. Es ging um die Erinnerung, um die Gegenwart des Erzählens. Gleichzeitig stand die Frage im Raum, worüber wir nicht reden, warum wir uns an bestimmte Dinge erinnern und andere vergessen.

Lukas Welz, Vorstandsvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., war an der Organisation der Veranstaltung beteiligt. Der Psychologe Natan Kellermann, Mitglied im Vorstand von AMCHA Israel, hat das Podium „Zukunft braucht Erinnerung – Möglichkeiten und Hindernisse der Erinnerung in Deutschland und Israel im Wandel der Jahrzehnte“, zusammen mit Elke Gryglewski vom Haus der Wannseekonferenz gestaltet.