Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA in Celle

Am 9. November 2014 wird in Celle im Rahmen einer Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA der Film „Mut zum Leben“ gezeigt. In ihrem Film porträtieren die Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior vier Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, vier außergewöhnliche Menschen von beeindruckendem Lebensmut, unzerstörter Hoffnung und tiefer Mitmenschlichkeit.

Die Regisseurin Christa Spannbauer wird anwesend sein und zusammen mit Lukas Welz, dem Vorsitzenden von AMCHA Deutschland e.V., über den Film und die Situation der Überlebenden sprechen.

Ort: Celler Synagoge, Im Kreise 24, 29221 Celle
Termin: Sonntag, 9. November 2014, 19.00 Uhr
Grußwort: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende
Referenten: Christa Spannbauer im Gespräch mit Lukas Welz, Vorsitzender AMCHA  Deutschland e.V., Berlin

Die Stadt Celle zeigt diesen Film gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. und der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938.

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Spenden zugunsten von AMCHA und die Hilfe für die Überlebenden des Holocaust gesammelt.

Tief durchatmen. Die Arbeit von AMCHA in gewaltvollen Zeiten

Im Fokus:  Sommer 2014.
 

Rechovot

Rechovot, südlich von Tel Aviv im August: Zirka 60 willensstarken Senioren im Alter von 76 bis 96 trotzen der Gefahr möglicher Raketenangriffe, um an einem Treffen im AMCHA-Zentrum teilzunehmen. Die Hilfsangebote von AMCHA sind für viele der Überlebenden unverzichtbar geworden, besonders in diesen schwierigen Zeiten“, sagt Tammy Kahanov, Leiterin von AMCHA Rechovot. „Um mit der konstanten Angst während des Krieges umzugehen ist es wichtig, ihnen einen Alltag zu ermöglichen und sie nicht allein zu lassen.“

In einer Selbsterfahrungsübung sollen die Klienten lernen, besser mit der gewaltsamen Situation der vergangenen Wochen umzugehen. „Wir wollten uns weniger auf das sprechen konzentrieren, als darauf, jedem die Möglichkeit zu geben, der Fantasie freien Lauf zu lassen um Stress abzubauen“, erklärt Kahanov. Jedem Teilnehmer des Workshops wurde ein Ballon gegeben. Die Teilnehmenden sollten mit diesem Ballon eine Situation verbinden. Indem sie den Ballon durch tiefe Atemübungen aufbliesen, ihn mit allen Sinnen ertasteten und hin und her warfen, befreiten sie sich emotional und physisch von dem damit verbundenen Gefühl.

„Wegen des Krieges hatte ich keine Kindheit“, erzählt Shmuel der Gruppe. „Im Alter von vier Jahren war ich bereits im Konzentrationslager anstatt in einem Kindergarten. Ich habe nicht gespielt. Aber das Kind in mir habe ich nicht verloren. Ich liebe es zu spielen und meine Phantasie zu beflügeln, die mich in eine Kindheit versetzt, die ich nie hatte. Ich bin dankbar dafür, zu AMCHA kommen zu können. Besonders in dieser Zeit ist es so wichtig für mich hier zu sein, mit den anderen, einfach loslassen zu können und ich selbst zu sein.“

Tel Aviv

Auch Tel Aviv, die Metropole am Mittelmeer, wurde in den letzten Wochen aus dem Gazastreifen angegriffen. „Die Menschen sind müde, ängstlich und gestresst, aber sie sind auch entschlossen, versuchen, ihren Alltag so gut es geht zu gestalten“, erklärt Tali Rasner, Psychologin und Leiterin des AMCHA-Zentrums dort.

Kreativität und körperliche Aktivität haben dabei einen großen therapeutischen Nutzen. Jeden Tag versucht der AMCHA-Sozialclub mit Gruppengesprächen, Keramik-Kursen oder Yoga-Unterricht den Klienten Aktivitäten anzubieten, die ihnen einen Raum der Geborgenheit, für Zuversicht und gegen Einsamkeit, schaffen. „AMCHA ist ihr zweites Zuhause und viele sagen, dass sie nicht noch einmal ihre Heimat verlassen wollen oder sich verstecken möchten, wie sie es im Holocaust erleben mussten,“ so Rasner weiter.
Viele Überlebende aus dem Süden Israel hingegen mussten ihr Zuhause verlassen und sind zu Verwandten in Tel Aviv gezogen. AMCHA hat für sie die Türen geöffnet. „Wenn es Raketenalarm gibt, versammeln wir uns alle im Treppenhaus“, erzählt Rasner. „Für manche von ihnen werden schreckliche Erinnerungen an die Vergangenheit wach.“

Die 90-jährige Halina Ashkenazy Engelhard begann zu weinen, fühlte sich in ihre Kindheit zurückversetzt. Die Bilder von israelischen Kindern, die in Bunker kauern mussten, und von palästinensischen Kindern, die starben, konnte sie nicht verarbeiten. „Es gibt keinen Unterschied zwischen Blut. Kinder müssen in ihren eigenen Betten ohne Angst schlafen können.“

Jede Woche besuchen 180 Freiwillige Klienten von AMCHA in Tel Aviv und Umgebung. Über 2.000 Menschen erhalten dadurch Hilfe, gerade in schwierigen Zeiten. „Das wichtigste für sie ist, dass sie das Gefühl haben, dass es jemanden gibt, der sich um sie kümmert und heute auf sie achtet,“ sagt Yuval Dotan, Sozialarbeiter bei AMCHA. „Die stärkste Erfahrung vieler Überlebender ist, dass sie sich allein gelassen fühlten, dass ihnen niemand geholfen hat. AMCHA ist da, diese Lücke zu füllen.“

Hier können Sie zwei Artikel über die Situation bei AMCHA im Sommer 2014 lesen:

Die Holocaust-Überlebenden mit Fahrradhelmen

Sirenen und Raketen rütteln emotionale Erinnerungen von Holocaust-Überlebenden wach

Benfizveranstaltung zugunsten von AMCHA in Eberswalde

Am 23. September 2014 fand in Eberswalde eine Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA statt. Gezeigt wurde der Film „Mut zum Leben“ der Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior. 30 Gäste fanden den Weg in das Museum von Eberswalde, unter ihnen auch der Bürgermeister der Stadt, Friedhelm Boginski.

„Eberswalde ist Mitglied bei AMCHA, weil wir die Erinnerung an die Shoah verknüpft sehen wollen mit einer aktiven Hilfe für die Manschen, die bis heute an den Folgen des Schreckens leiden. Wir tragen auch heute noch humanitäre Verantwortung, der mit der Errichtung von Gedenkorten allein nicht Genüge getan ist“, so Bürgermeister Friedhelm Boginski, der das Benefiz im Museum eröffnet hatte.

In seinem Grußwort hob er die Bedeutung hervor, die für ihn die Mitgliedschaft der Stadt Eberswalde bei AMCHA habe. Auch die Stadtverordneten hätten sich 2010 in bemerkenswerter Einmütigkeit für die Mitgliedschaft im AMCHA e.V.  ausgesprochen. Als Vertreter von AMCHA war Christian Krause nach Eberswalde gekommen, der Leiter der AMCHA-Geschäftsstelle. Er dankte dem Bürgermeister für den herzlichen Empfang und für das ganz besondere Engagement der Stadt für AMCHA und für die Überlebenden des Holocaust.

Nach der Filmvorführung sprach der Kulturamtsleiter von Eberswalde, Dr. Stefan Neubacher, mit der  Regisseurin Christa Spannbauer und mit Christian Krause über den Film und die Situation der Überlebenden.

Die Stadt Eberswalde ist seit 2011 Mitglied von Amcha Deutschland. Zuletzt wurde der Verein mit einer symbolischen Stiftungsaktion im Zusammenhang mit der Errichtung der Gedenkskulptur „Wachsen mit Erinnerung“ unterstützt. Das Schriftband daran erinnert an die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt. Seine Buchstaben und Worte haben die Eberswalderinnen und Eberswalder gespendet. Die Skulptur „Wachsen mit Erinnerung“ steht auf dem  Fundament der 1939 während der Novemberpogrome in Eberswalde zerstörten Synagoge hin. In ihrem Innenraum wachsen Bäume, die im Laufe der Jahre das Kuppeldach der Synagoge andeuten werden.

Hier finden Sie einen Bericht der Märkischen Oderzeitung über den Veranstaltungsabend.

 

 

 

 

„Mut zum Leben“

Die Städte Celle und Eberswalde engagieren sich seit Jahren auf herausragende Weise für AMCHA und die Überlebenden des Holocaust. In den kommenden Monaten wird in beiden Städten im Rahmen von Benefizveranstaltungen zugunsten von AMCHA der Film „Mut zum Leben“ der Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior zu sehen sein.

Der Film porträtiert vier außergewöhnliche Menschen von beeindruckendem Lebensmut, unzerstörter Hoffnung und tiefer Mitmenschlichkeit. Nie wieder soll ein Mensch erleben müssen, was ihnen widerfahren ist – dafür treten Esther Bejarano, Yehuda Bacon, Éva Pusztai-Fahidi und Greta Klingsberg bis ins hohe Alter ein.

Esther Bejarano, Sängerin, 88, Hamburg:
„Wenn ich das schon überlebt habe, dann muss ich doch wieder anfangen zu leben und alles dafür tun, dass so etwas nie wieder geschieht.“

Yehuda Bacon, Maler, 83, Jerusalem:
„Wer in der Hölle war, weiß, dass es zum Guten keine Alternative gibt.“

Éva Pusztai-Fahidi, Autorin, 87, Budapest:
„In uns, die wir aus Auschwitz zurückgekommen sind, ist die Lebenskraft sehr tief. Wir wissen, wie teuer das Leben ist.“

Greta Klingsberg, Sängerin, 83, Jerusalem:
„Überlebt zu haben, ist noch keine Auszeichnung. Es kommt doch darauf an, was man daraus macht.“

Sie erfuhren die Unmenschlichkeit am eigenen Leibe und wurden zu Lehrern der Menschlichkeit. Sie haben Auschwitz überlebt und machen Mut zum Leben.

Am 23. Spetember in Eberswalde und am 9. November in Celle wird jeweils die Regisseurin Christa Spannbauer anwesend sein und ihren besonderen Film vorstellen.

Auf beide Veranstaltungen werden wir auch noch einmal im Einzelnen hinweisen.

3. Runder Tisch Jüdischer Organisationen in Deutschland

Auf Einladung des Zentralrats der Juden in Deutschland kamen heute in Berlin Vertreterinnen und Vertreter jüdischer Organisationen zusammen, um eine stärkere Vernetzung und aktuelle Anliegen zu diskutieren. Auch AMCHA Deutschland war wieder eingeladen und wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden, Rouven Sperling, vertreten.

 

Hier können Sie einen Bericht der Jüdischen Allgemeine zu dem Treffen lesen.

Israelischer Shoah-Gedenktag bei AMCHA Tel Aviv

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Opfer der Shoah gedacht. Auch bei AMCHA fanden Gedenkzeremonien statt. AMCHA Tel Aviv lud im Anschluss an die Zeremonie zum Dialog der Generationen ein. Die Fotografin Helena Schätzle hatte die Gelegenheit, dies fotografisch zu dokumentieren.

Zum Shoah-Gedenktag in Israel

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Yom HaShoah, der Gedenktag zur Erinnerung an die Shoah, begangen. In den AMCHA-Zentren in Israel sind an diesem Tag Tausende Menschen aller Generationen zusammengekommen, um gemeinsam zu gedenken, sich zu erinnern und auszutauschen. An einer bewegenden Zeremonie in Tel Aviv konnte auch Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., teilnehmen. Neben Überlebenden der Shoah kamen Kinder und Enkelkinder der Überlebenden, aber auch Menschen zusammen, deren Familie keine Shoah-Vergangenheit teilt. Im Anschluss an die Zeremonie wurden in Workshops verschiedene Angebote der AMCHA-Sozialclubs und Psychotherapien vorgestellt. Im Bild zu sehen ist der Musik-Workshop, der vom Chor der Überlebenden mitgestaltet wurde.

Tali Rasner, Leiterin von AMCHA Tel Aviv, sprach von einem wichtigen Tag für AMCHA: „Es ist toll zu sehen, wieviele Generationen heute zu uns gekommen sind. Für die Überlebenden ist die Präsenz so vieler junger Menschen, Schüler, Studenten ein wichtiges Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind!“

»Fluchten. Wie ein junges Mädchen den Holocaust überlebte« – Buchpräsentation und Zeitzeugengespräch mit Eva Erben und Günther Jauch

30. Januar 2014, 18 Uhr

Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin

Eva Erben (*1930) stammt aus dem Sudetenland. Ihre Eltern, Jindrich und Marta Löwidt, beschlossen 1936, in die tschechoslowakische Hauptstadt Prag zu ziehen. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 15. März 1939 änderte sich ihr Leben schlagartig. Im Dezember 1941 wurden die Löwidts in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Der Vater wurde 1944 nach Kaufering verschleppt und ermordet. Eva und ihre Mutter kamen nach Auschwitz-Birkenau, dann in ein Außenkommando des KZ Groß-Rosen. Im Februar 1945 trieb die SS sie auf einen ›Todesmarsch‹, den die Mutter nicht überlebte. Eva gelang die Flucht und wurde von einer tschechischen Familie versteckt. 1948 wanderte sie mit ihrem Ehemann über Frankreich nach Israel aus.

Während der Veranstaltung wird auf die Arbeit von AMCHA hingewiesen.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.

Programm

Begrüßung
Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Grußwort
André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin

Gespräch
Eva Erben und Günther Jauch

Gedenkgottesdienst zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Gemeinsamer Gottesdienst von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Evangelischer Kirchengemeinde in der Friedrichstadt und der Französischen Kirche in Berlin am

27. Januar 2014, 19.00 Uhr

Heilig Kreuz-Kirche, Berlin-Kreuzberg

Im Gottesdienst wird auf die Arbeit von AMCHA in Israel hingewiesen.

Gottesdienst im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die wenigen Lebenden in Auschwitz. Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Wir werden gedenken in diesem Gottesdienst, wir – die Kinder und Kindeskinder der Vorbereiter, der Propagierer, der Täter, der Ermöglicher, der Profiteure des Massenmords. Dies tun wir, indem wir innehalten, den Gott Israels anrufen: ihm klagen, ihn bitten, auf Worte aus Israels Bibel hören und in diesen Worten auf Weisung hoffen auch für uns. Vor allem hören wir auf Psalm 3, den Wochenpsalm, an dessen Schluss es heißt: dein, Ewiger, ist die Befreiung.

Filmdokumentation zum deutsch-israelischen Tandem-Projekt

Im Rahmen unserer deutsch-israelischen Begegnungswoche trafen mehrere Holocaust-Überlebende auf gleichaltrige Deutsche – das Besondere: Alle hatten ihre Enkel mitgebracht. Die persönliche Begegnung, das Kennenlernen der verschiedenen Lebensgeschichten, hat über Nationen- und Generationengrenzen hinweg Brücken entstehen lassen.

Auf youtube können Sie nun eine filmische Dokumentation der Begegnung ansehen:

http://www.youtube.com/watch?v=ru5uCxBmMHY