Eberswalde, 10. Oktober 2016: „Mythos Europa“ Benefizkonzert zugunsten von AMCHA

15. Dezember 2015: Dortmund neue Partnerstadt von AMCHA Deutschland

Als vierte Stadt ist Dortmund Partnerstadt der Organisation AMCHA geworden. Als Partnerstadt erklärt sich Dortmund dazu bereit, Veranstaltungen mit und zugunsten von AMCHA auszurichten. Auf diesem Weg soll in der Gesellschaft das Bewusstsein für die Situation der Überlebenden, aber auch für die psychischen Langzeitfolgen von Krieg und Verfolgung gestärkt werden.

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister der Stadt Dortmund: „Die Partnerschaft mit AMCHA ist für uns eine Selbstverständlichkeit und ein Bekenntnis zur Vergangenheit und Zukunft. Der Holocaust ist vorbei, doch in den Köpfen und Erinnerungen der Überlebenden ist er noch qualvoll lebendig. Wir wollen einen aktiven Beitrag dazu leisten, ihnen einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen.“

Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland: „Wir begrüßen es sehr, dass nach Celle, Oranienburg und Eberswalde sich nun auch Dortmund für die psychosoziale Unterstützung der Überlebenden des Holocaust einsetzen wird. Rund 195.000 von ihnen leben noch in Israel. Viele von ihnen leiden unter schweren Traumata, unter Angstzuständen und Depressionen. Mit der Mitgliedschaft hilft Dortmund auch dabei, auf ihre Lage hinzuweisen. Wir hoffen, dass weitere Städte dem Beispiel folgen werden.“

Gedenken im Dortmunder Rathaus

Am 27. Januar wurde im Bürgersaal des Dortmunder Rathauses der Befreiung von Auschwitz vor 70 Jahren gedacht. 250 Gäste waren zu der Veranstaltung gekommen. Der Ehrenvorsitzende von AMCHA Deutschland, Dr. Peter Fischer, war eingeladen, die Arbeit von AMCHA vorzustellen.

Ganz im Focus der zentralen Dortmunder Gedenkveranstaltung stand neben der Erinnerungsarbeit die Situation der Holocaust-Überlebenden heute. In dem festlichen Rahmen stellten neben AMCHA Deutschland der Verein Heimatsucher sowie die Dortmunder Weingartenschule am See ihre vielfältigen Aktivitäten vor.

Peter Fischer wies in seiner Rede auf die persönlichen und gesellschaftlichen Bedingungen hin, mit denen diejenigen konfrontiert waren, die wider Erwarten die Konzentrationslager und die Schrecken der jahrelangen Verfolgung überlebt hatten. Sie hätten neben physischen Folgeschäden aus Folter, Hunger, Zwangsarbeit auch extreme psychische Belastungen davongetragen. Nicht nur, dass sie oft fast alle Angehörigen verloren hätten. Dazu seien Schuldgefühle gekommen, selbst überlebt zu haben, womöglich auf Kosten anderer. Viele Überlebende hätten versucht zu verdrängen, sich in die Bewältigung der Gegenwart zu stürzen. Über ihre Vergangenheit jedoch hätten sie selbst gegenüber ihren neugegründeten Familien geschwiegen. Die schrecklichen Erfahrungen hätten das menschliche Urvertrauen zerstört.

Auch in den Aufnahmegesellschaften habe sich lange niemand für sie interessiert. In den Ländern im ehemals deutschen Herrschaftsbereich habe es möglicherweise an einem schlechten Gewissen gelegen wegen unterlassener Hilfe, Kollaboration und Mittäterschaft, von einem fortexistierenden Antisemitismus ganz zu schweigen. Fischer erinnerte hier beispielhaft an die Pogrome im frühen Nachkriegspolen und die Vertreibung der letzten polnischen Juden 1968. Aber auch im frühen Israel sei zwar an die zionistischen Helden der Staatsgründung und Verteidigungskriege erinnert worden nicht jedoch an die „passiven“ Opfer der Shoah. Erst mit dem Eichmann-Prozess Anfang der 1960er Jahre habe in Israel auch ein Prozess des Umdenkens und Neubesinnens eingesetzt. Es habe viele Jahre gedauert bis die Überlebenden ein gesellschaftliches Klima vorgefunden hätten, ihr Schweigen zu brechen und Vertrauen wieder aufzubauen.

Dr. Peter Fischer. Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

Dr. Peter Fischer. Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

„AMCHA in Israel,“ so Peter Fischer, „mit seinem Potential der Ermutigung, das Schweigen zu überwinden und psychosoziale Hilfe an zu bieten, leistet das – wenn auch spät, seit 1987 – im direkten Zusammenwirken von Leidensgefährten untereinander und mit professionell erfahrenen Mitarbeitern. Kommunikation vermitteln, der Einsamkeit und Blockaden zu entgegen zu wirken – dafür wird landesweit in 14 Zentren gearbeitet.“

Vor dem Publikum im Dortmunder Rathaussaal, unter Ihnen auch Oberbürgermeister Ullrich Sierau, regte Dr. Fischer an, dass die Stadt Dortmund förderndes Mitglied von AMCHA werden und jährlich eine Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Holocaust-Überlebenden durchführen könnte. Denn für die psychosoziale Hilfe für die Überlebenden benötige AMCHA die Unterstützung durch Spenden.

250 Gäste waren in den Bürgersaal des Dortmunder Rathauses gekommen. Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

250 Gäste waren in den Bürgersaal des Dortmunder Rathauses gekommen. Bild: Stadt Dortmund / Stefanie Kleemann

Die Veranstaltung wurde gemeinsam verwirklicht durch die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V., den Jugendring Dortmund, das Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB Dortmund), die Auslandsgesellschaft NRW e.V., die VHS Dortmund, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, das Schulreferat der Evangelischen Kirche Dortmund und die Evangelischen Jugendkirche.

AMCHA dankt allen Beteiligten und der Stadt Dortmund für die Einladung.

27. Januar 2015: Gedenkveranstaltung in Dortmund

Zur zentralen Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz in Dortmund wird am 27. Januar im Rathaus der Stadt die Arbeit mit Überlebenden des Holocaust im Blickpunkt stehen.

Dr. Peter Fischer, Ehrenvorsitzender von AMCHA Deutschland, die Organisatorinnen von Heimatsucher e.V. und die Weingartenschule am See wurden ins Dortmunder Rathaus eingeladen, um ihre Arbeit vorzustellen.

Hier finden Sie die Ankündigung zur Veranstaltung

„Der Holocaust ist Geschichte. Doch in den Erinnerungen vieler Überlebender ist er tägliche Gegenwart, vor allem für sogenannte Kinderüberlebende. Gerade im Alter, mit dem Verlust des Partners, dem Wegzug der Kinder und einer zunehmenden Immobilität nimmt die Traumata-Belastung stetig zu. Sie führt oftmals zu Depressionen, Isolation, Albträumen und Panikattacken. Deshalb nimmt die Zahl derer, die Hilfe benötigen, nicht wie lange vermutet kontinuierlich ab, sondern sie steigt.

Hilfe finden sie bei AMCHA (hebräisch für dein Volk): Das 1987 von Überlebenden für Überlebende gegründete „Israelische Zentrum für psychosoziale Hilfe für Überlebende des Holocaust“ betreut in 14 Zentren derzeit erfolgreich mehr als 16.000 der rund 200.000 Holocaustüberlebenden in Israel. Sie im Kampf gegen die Traumata zu unterstützen, ihnen einen Lebensabend ohne Albträume und Ängste zu ermöglichen und die Gegenwart nicht von den Erinnerungen der Vergangenheit dominieren zu lassen sind Aufgabe und Ziel von AMCHA.

Auch das Projekt »HEIMATSUCHER–Schoah-Überlebende heute« beleuchtet im Rahmen von Ausstellungen und Seminaren mit Schulklassen die Lebensgeschichten Überlebender. Aus eigener Erfahrung mit Zeitzeugen-Begegnungen erzählen zwei der Projektleiterinnen des Zeitzeugenprojekts HEIMATSUCHER von Strategien des Weitermachens. Sie berichten von Menschen, die nach dem Unaussprechlichen die Kraft fanden, ihren eigenen Weg weiterzuverfolgen und sich ein neues Zuhause aufbauten.

Im Rahmen der Veranstaltung werden Dortmunder Grundschüler einen eigenen Beitrag zum Gedenktag leisten. Schülerinnen und Schüler der Weingartenschule am See haben Spuren der jüdischen Familie Lewy in Hörde und den Niederlanden gesichert. Im Mittelpunkt steht das Schicksal von Bertha Mathilde Lewy, die im Alter von neun Jahren in Sobibor ermordet wurde. Die Schüler stellen ihre Arbeit zum Schicksal dieser jüdischen Familie am Holocaustgedenktag vor.“

Eine Veranstaltung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Dortmund e.V., des Jugendringes Dortmund, des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerkes (IBB Dortmund), der Auslandsgesellschaft NRW e.V., der VHS Dortmund, der Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, dem Schulreferat der Evangelischen Kirche Dortmund und der Evangelischen Jugendkirche.

„Mut zum Leben“ – 9. November 2014 in Celle

Am 9. November 2014 wurde in Celle im Rahmen einer Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA der Film „Mut zum Leben“ gezeigt. In ihrem Film porträtieren die Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior vier Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, vier außergewöhnliche Menschen von beeindruckendem Lebensmut, unzerstörter Hoffnung und tiefer Mitmenschlichkeit.

Die Stadt Celle zeigte diesen Film gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. und der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938.

Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende sprachen Christa Spannbauer und Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland e.V. über die Situation der Überlebenden heute und die individuellen Strategien, mit den Traumata weiterzuleben.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden Spenden zugunsten von AMCHA und der Hilfe für die Überlebenden des Holocaust gesammelt.

 

Fotos: Carsten Maehnert

Lukas Welz, Celler Synagoge, 9. November 2014

Einführung von Lukas Welz, Vorstandsvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., in der Celler Synagoge, 9. November 2014. (C) Carsten Maehnert

Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA in Celle

Am 9. November 2014 wird in Celle im Rahmen einer Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA der Film „Mut zum Leben“ gezeigt. In ihrem Film porträtieren die Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior vier Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz, vier außergewöhnliche Menschen von beeindruckendem Lebensmut, unzerstörter Hoffnung und tiefer Mitmenschlichkeit.

Die Regisseurin Christa Spannbauer wird anwesend sein und zusammen mit Lukas Welz, dem Vorsitzenden von AMCHA Deutschland e.V., über den Film und die Situation der Überlebenden sprechen.

Ort: Celler Synagoge, Im Kreise 24, 29221 Celle
Termin: Sonntag, 9. November 2014, 19.00 Uhr
Grußwort: Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende
Referenten: Christa Spannbauer im Gespräch mit Lukas Welz, Vorsitzender AMCHA  Deutschland e.V., Berlin

Die Stadt Celle zeigt diesen Film gemeinsam mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. und der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. zur Erinnerung an die Pogromnacht 1938.

Im Rahmen dieser Veranstaltung werden Spenden zugunsten von AMCHA und die Hilfe für die Überlebenden des Holocaust gesammelt.

Benfizveranstaltung zugunsten von AMCHA in Eberswalde

Am 23. September 2014 fand in Eberswalde eine Benefizveranstaltung zugunsten von AMCHA statt. Gezeigt wurde der Film „Mut zum Leben“ der Regisseure Christa Spannbauer und Thomas Gonschior. 30 Gäste fanden den Weg in das Museum von Eberswalde, unter ihnen auch der Bürgermeister der Stadt, Friedhelm Boginski.

„Eberswalde ist Mitglied bei AMCHA, weil wir die Erinnerung an die Shoah verknüpft sehen wollen mit einer aktiven Hilfe für die Manschen, die bis heute an den Folgen des Schreckens leiden. Wir tragen auch heute noch humanitäre Verantwortung, der mit der Errichtung von Gedenkorten allein nicht Genüge getan ist“, so Bürgermeister Friedhelm Boginski, der das Benefiz im Museum eröffnet hatte.

In seinem Grußwort hob er die Bedeutung hervor, die für ihn die Mitgliedschaft der Stadt Eberswalde bei AMCHA habe. Auch die Stadtverordneten hätten sich 2010 in bemerkenswerter Einmütigkeit für die Mitgliedschaft im AMCHA e.V.  ausgesprochen. Als Vertreter von AMCHA war Christian Krause nach Eberswalde gekommen, der Leiter der AMCHA-Geschäftsstelle. Er dankte dem Bürgermeister für den herzlichen Empfang und für das ganz besondere Engagement der Stadt für AMCHA und für die Überlebenden des Holocaust.

Nach der Filmvorführung sprach der Kulturamtsleiter von Eberswalde, Dr. Stefan Neubacher, mit der  Regisseurin Christa Spannbauer und mit Christian Krause über den Film und die Situation der Überlebenden.

Die Stadt Eberswalde ist seit 2011 Mitglied von Amcha Deutschland. Zuletzt wurde der Verein mit einer symbolischen Stiftungsaktion im Zusammenhang mit der Errichtung der Gedenkskulptur „Wachsen mit Erinnerung“ unterstützt. Das Schriftband daran erinnert an die Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt. Seine Buchstaben und Worte haben die Eberswalderinnen und Eberswalder gespendet. Die Skulptur „Wachsen mit Erinnerung“ steht auf dem  Fundament der 1939 während der Novemberpogrome in Eberswalde zerstörten Synagoge hin. In ihrem Innenraum wachsen Bäume, die im Laufe der Jahre das Kuppeldach der Synagoge andeuten werden.

Hier finden Sie einen Bericht der Märkischen Oderzeitung über den Veranstaltungsabend.