34. Deutscher Evangelischen Kirchentag in Hamburg

Vom 1. bis 5. Mai 2013 findet der 34. Deutsche Evangelische Kirchentag in Hamburg statt. AMCHA präsentiert sich dort auf dem Markt der Möglichkeiten bei den Ständen von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste in Halle A3, A20 und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Halle A3, A17.

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Lukas Welz (AMCHA Deutschland) im Gespräch mit Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich und Reinhold Robbe, Mitglied im Kuratorium der AMCHA-Stiftung Deutschland und Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft.

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Holger Michel und Lukas Welz, Vorstandsmitglieder von AMCHA Deutschland e.V., im Gespräch mit Claudia Roth, Bundesvorsitzende von Bündnis90/Die Grünen.

Tagung „Gebrochene Identitäten“ in Frankfurt/Main

Dr. Martin Auerbach, Klinischer Direktor von AMCHA Israel, referierte über „Trauma, Dissoziation und gebrochene Identitäten“ auf der Tagung „Gebrochene Identitäten“, die auf Einladung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden (ZWST), der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und der Aktion Mensch vom 4. bis 7. November 2012 in Frankfurt/Main stattfand.

Leitfragen der Tagung waren unter anderem, wie ein Mensch das Überleben nach dem Holocaust übersteht und wie Kinder und Erwachsene auf extreme Erlebnisse reagieren. Dr. Martin Auerbach findet keine eindeutigen Antworten auf diese Fragen: Extreme traumatische Erlebnisse können zu einem „überdurchschnittlichem Erinnerungsvermögen“, aber auch „Gedächtnislücken“ führen. Eine Form der Therapie ist die Lebensrückblick-Therapie, die AMCHA in Israel eingeführt hat.

 

Hier können Sie einen Artikel in der Jüdischen Allgemeinen lesen.

Hier finden Sie einen Bericht der Tagung von der ZWST.

Wachsen mit der Erinnerung – Zum 9. November

Gedenken, aber die Überlebenden nicht vergessen – Lebendige Erinnerung zum 9. November in Eberswalde verbunden mit humanitärer Hilfe für Holocaust-Überlebende in Israel.

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Mai 2012, Bürgerwerkstatt im Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin

Bürgerwerkstatt im Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

Parallel zum offiziellen Gedenken anlässlich des 70. Jahrestages der „Wannsee-Konferenz“ im Mai 2012 haben sich engagierte Menschen, Jugendliche und Erwachsene, Bürger unterschiedlicher Religionen und sozialer Herkunft am 9. Mai 2012 im Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin die Frage gestellt: „Was haben die damaligen Ereignisse mit unserem heutigen Leben zu tun?“

Staffa_Steinitz_Eichhorn_Morsch_Kellermann_FischerAn der Bürgerwerkstatt mit etwa 130 Gästen nahmen neben dem Zeitzeugen Zwi Steinitz (Tel Aviv), Dr. Natan Kellermann (Psychologe, AMCHA Israel), Prof. Dr. Günter Morsch (Historiker, Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten) und Dr. Christian Staffa (Theologe, Geschäftsführer der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste) teil. Moderiert wurde die Veranstaltung von Alfred Eichhorn.

Die Veranstaltung war Teil der AMCHA-Bürgerwerkstätten. Jugendliche und Erwachsene, Bürger unterschiedlicher Religionen und sozialer Herkunft kommen hier mit Zeitzeugen, Psychologen, Theologen und Historikern ins Gespräch und diskutieren die Verantwortung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft anhand des Holocaust. Weitere Veranstaltungen fanden bisher in Eberswalde, Celle und Hannover statt.

Die Gedanken der bisherigen Bürgerwerkstätten sind in einer Denkschrift zusammengefasst worden.

Bürgerwerkstatt im Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, Mai 2012: Zwi Steinitz, Prof. Dr. Günter Morsch, Dr. Natan Kellermann, Dr. Christian Staffa (von links)

Zwi Steinitz, Prof. Dr. Günter Morsch, Dr. Natan Kellermann, Dr. Christian Staffa (von links)

Mai 2012, Bürgerwerkstatt im Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin

Publikum im Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Berlin

Bürgerwerkstatt im Denkmal für die ermordeten Juden Europas Berlin, Mai 2012: Zeitzeugengespräch mit Zwi Steinitz, Moderation: Alfred Eichhorn

Zeitzeugengespräch mit Zwi Steinitz, Moderation: Alfred Eichhorn

 

Denkschrift „Gedenken, aber die Überlebenden nicht vergessen!“

Unfassbar

Wir stehen vor der Tatsache der Shoah und sind ratlos angesichts der unvorstellbaren Kälte, der Brutalität, des Zynismus, der systematischen und bürokratischen Umsetzung der Vernichtung. Auch Jahrzehnte des Nachdenkens und Forschens in den 67 Jahren nach den nationalsozialistischen Menschheitsverbrechen haben immer noch keine abschließend gültige Erklärung für die Ursachen erbracht. Unabänderlich jedoch bleibt: Die Verbrechen gingen von Deutschland aus, wurden von Deutschen geplant und maßgeblich ins Werk gesetzt. Für uns heute unveräußerlich scheinende humanitäre Werte verloren binnen Kurzem für viel zu viele ihre Gültigkeit. Auch das gehört für uns zum Unfassbaren.

„Wir Nachgeborenen“

Die zeitliche Distanz zu den Taten wird immer größer, und viele von uns, die schon zu den Nachgeborenen zählen, sagen zu Recht: „Uns trifft keine Schuld. Wir haben keine Verbrechen begangen. Wir haben das Unheil nicht geschehen lassen.“

Und dennoch ist bei uns allen, welcher Generation wir auch angehören, das Bedürfnis spürbar, uns zu diesen Geschehnissen zu verhalten, sie zu verstehen, Konsequenzen für das eigene Leben und die Gesellschaft, in der wir leben, zu ziehen und Gefährdungen der Werte, für die wir leben, entgegenzutreten. Unser Gemeinwesen basiert auf der Überzeugung, dass wir eine Gesellschaft der Pluralität sind, in der Religionszugehörigkeit, Geschlecht, sexuelle Orientierung und geographische Herkunft für das Ansehen einer Person keine Rolle spielen dürfen und in der die persönliche Unversehrtheit garantiert ist. Durch die Geschichte unserer Nation wird uns immer wieder bewusst, dass die demokratisch-humanistische Werteordnung, die wir so schätzen, keine selbstverständliche Errungenschaft ist. Auch wenn die meisten von uns keine Schuld mehr trifft, so tragen wir doch Verantwortung für das Land und die Gesellschaft, in der wir heute leben und zukünftig leben wollen. Die Gewissheit eines „Nie wieder“ gibt es nicht.

Verantwortung

Zu unserer Verantwortung gehört eine tief empfundene Anteilnahme mit den Opfern der Shoah. Über 200.000 Menschen aus allen Teilen Europas, die der Verfolgung und Ermordung entkommen konnten, leben heute noch in Israel. Für sie, ihr selbstbestimmtes Leben und das ihrer Familien und Angehörigen in Freiheit und Frieden fühlen wir uns verantwortlich. Viele Überlebende der Shoah quälen noch heute traumatische Erinnerungen an Verfolgung, Deportation, Selektion, Hunger, Folter, die Ermordung von Angehörigen. Diese traumatischen Belastungen lindern zu helfen und diesen Menschen ein freudevolles Leben im Alter zu ermöglichen, auch dies verstehen wir als Teil unserer Verantwortung.

Aufruf

Vor diesem Hintergrund wenden wir uns an Sie, die Sie eine Vereinbarung mit einer israelischen Partnerkommune haben und der Verbindung mit den Menschen in Israel schon heute eine besondere Bedeutung beimessen. Wir bitten Sie, AMCHA zu unterstützen.