Israelischer Shoah-Gedenktag bei AMCHA Tel Aviv

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Opfer der Shoah gedacht. Auch bei AMCHA fanden Gedenkzeremonien statt. AMCHA Tel Aviv lud im Anschluss an die Zeremonie zum Dialog der Generationen ein. Die Fotografin Helena Schätzle hatte die Gelegenheit, dies fotografisch zu dokumentieren.

Zum Shoah-Gedenktag in Israel

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Yom HaShoah, der Gedenktag zur Erinnerung an die Shoah, begangen. In den AMCHA-Zentren in Israel sind an diesem Tag Tausende Menschen aller Generationen zusammengekommen, um gemeinsam zu gedenken, sich zu erinnern und auszutauschen. An einer bewegenden Zeremonie in Tel Aviv konnte auch Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., teilnehmen. Neben Überlebenden der Shoah kamen Kinder und Enkelkinder der Überlebenden, aber auch Menschen zusammen, deren Familie keine Shoah-Vergangenheit teilt. Im Anschluss an die Zeremonie wurden in Workshops verschiedene Angebote der AMCHA-Sozialclubs und Psychotherapien vorgestellt. Im Bild zu sehen ist der Musik-Workshop, der vom Chor der Überlebenden mitgestaltet wurde.

Tali Rasner, Leiterin von AMCHA Tel Aviv, sprach von einem wichtigen Tag für AMCHA: „Es ist toll zu sehen, wieviele Generationen heute zu uns gekommen sind. Für die Überlebenden ist die Präsenz so vieler junger Menschen, Schüler, Studenten ein wichtiges Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind!“

Chag Pessach Sameach und frohe Ostern!

Im Namen von AMCHA Israel und AMCHA Deutschland wünschen wir Ihnen Chag Pessach Sameach und frohe Ostertage!

Das Bild zeigt einen Sederabend im jüdischen Kinderheim „Ahava“ in der Berliner Auguststraße in den 1920er Jahren. Ahava steht für Liebe und Pessach ist ein Fest des Aufbruchs, der Befreiung und der Ermutigung gegen alle deprimierenden Erfahrungen und bedrückenden Geschehnisse. AMCHA gibt vielen Shoah-Überlebende und ihren Nachkommen diese Hoffnung und Zuwendung und wir möchten uns bei Ihnen für die Unterstützung dieser wichtigen Arbeit bedanken!

 

Die AMCHA-Stiftung würdigt Dr. Peter Fischer

In einer kleinen Feierstunde, die sich an die Sitzung des Kuratoriums am 20. März 2014 anschloss, würdigte die Stiftung Dr. Peter Fischer für seine großen Verdienste um AMCHA. In verschiedenen Funktionen hatte sich Dr. Fischer seit 1989 insbesondere als Vorsitzender des AMCHA Deutschland e.V. und als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungskuratoriums für die Hilfe für die Überlebenden des Holocaust eingesetzt. Die Arbeit von AMCHA in Deutschland bekannt zu machen und sie gerade von Deutschland aus auch spürbar zu befördern, ist ihm bis heute ein Herzensanliegen. Als sein langjähriger Wegbegleiter seit der Gründungsphase der Stiftung hielt Klaus-Henning Rosen die Laudatio. Er rief in seiner Rede die Geschichte von AMCHA in Deutschland in Erinnerung und würdigte den treibenden Anteil Dr. Fischers an der Hilfe für die jüdischen Überlebenden:

„Von Anbeginn und das machte Ihre Rolle, Herr Dr. Fischer, so wichtig, waren Sie der Motor der […] Hilfe für die Holocaustopfer. Von Anbeginn waren Sie bemüht – und das sind Sie ja, wie wir dankbar anerkennen, auch nach Ihrem Abschied vom aktiven AMCHA-Dienst – Unterstützer mit Hilfe Dritter zu gewinnen. Ich finde es großartig, dass es Ihnen dabei nicht ausschließlich darum ging, zusätzliche Finanzmittel zu bekommen, sondern die Erfahrung des Holocaust als unverzichtbaren Teil der deutschen Erinnerungskultur weiterzugeben. Eric Hobshawn hatte, „die Zerstörung der Vergangenheit“, wie er es nannte, als eines der charakteristischsten Phänomene des 20. Jahrhunderts bezeichnet; damit meinte er den Verlust „jenes sozialen Mechanismus, der die Gegenwartserfahrung mit derjenigen früherer Generationen verknüpft“. Hier leistet AMCHA einen aktiven Dienst, damit diese Verknüpfung mit dem Geschehen des Holocaust nicht verloren geht. Für Elie Wiesel war eine solche Verknüpfung auch deshalb wichtig, weil das Opfer der Umgekommenen nur dann einen Sinn macht, wenn auf diese Weise ein vergleichbares Leiden, wie es den Juden widerfahren war, erspart werden könne. […]“

Anstatt eines Präsentes stellten die Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstands der Stiftung einen privaten Spendenbetrag für AMCHA zur Verfügung. Dr. Peter Fischer sprach allen Anwesenden und im Besonderen Klaus-Henning Rosen seinen herzlichsten Dank aus.

Erste Sitzung des AMCHA-Stiftungs-Kuratoriums in 2014

Am 20. März 2014 kam das Kuratorium der AMCHA-Stiftung zur seiner ersten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Klaus-Henning Rosen wurde vom Kuratorium für eine weitere Amtszeit als Kurator bestellt. Das Aufsichtsgremium der Stiftung nahm zudem die Financial Statements 2012 – den geprüften Finanzbericht von AMCHA Israel – entgegen.

Roel van Praag, langjähriges Mitglied des Stiftungsvorstands und Schatzmeister, ist auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand der Stiftung ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger hat das Kuratorium Herrn Daniel Schüle bestellt. Herr Schüle ist seit 2011 Geschäftsführer der Deutschen Staßenwacht e.V. Zuvor arbeitete er von 2005-2011 für die Robert Bosch GmbH, zuletzt als Referent für Politikbeziehungen in Berlin und Brüssel.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Susanne Krause-Hinrichs, stellte die Dokumentation zum Tandem-Projekt vor. Das Tandem-Projekt der Stiftung hatte im vergangenen Jahr Goßeltern- und Enkelpaare aus Deutschland und Israel zusammengeführt. Frau Krause-Hinrichs berichtete über die nachhaltigen, freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen den Teilnehmern des Projekts entstanden seien. Das beteiligte Evangelische Gymnasium Kleinmachnow werde sogar in Kürze eine Schülerreise nach Israel veranstalten.

In einer kleinen Feierstunde, die sich an die Sitzung des Kuratoriums anschloss, würdigte die Stiftung Dr. Peter Fischer für seine großen Verdienste um AMCHA.

»Fluchten. Wie ein junges Mädchen den Holocaust überlebte« – Buchpräsentation und Zeitzeugengespräch mit Eva Erben und Günther Jauch

30. Januar 2014, 18 Uhr

Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28–30, 10117 Berlin

Eva Erben (*1930) stammt aus dem Sudetenland. Ihre Eltern, Jindrich und Marta Löwidt, beschlossen 1936, in die tschechoslowakische Hauptstadt Prag zu ziehen. Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 15. März 1939 änderte sich ihr Leben schlagartig. Im Dezember 1941 wurden die Löwidts in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Der Vater wurde 1944 nach Kaufering verschleppt und ermordet. Eva und ihre Mutter kamen nach Auschwitz-Birkenau, dann in ein Außenkommando des KZ Groß-Rosen. Im Februar 1945 trieb die SS sie auf einen ›Todesmarsch‹, den die Mutter nicht überlebte. Eva gelang die Flucht und wurde von einer tschechischen Familie versteckt. 1948 wanderte sie mit ihrem Ehemann über Frankreich nach Israel aus.

Während der Veranstaltung wird auf die Arbeit von AMCHA hingewiesen.

Weitere Informationen und Anmeldung finden Sie hier.

Programm

Begrüßung
Uwe Neumärker, Direktor Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas

Grußwort
André Schmitz, Staatssekretär für Kulturelle Angelegenheiten des Landes Berlin

Gespräch
Eva Erben und Günther Jauch

Zahl traumatisierter Holocaust-Überlebender erreicht Höchsstand

Massiver Anstieg um 18 Prozent auf über 16.000 Patienten in den letzten zwei Jahren: Anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz warnt die deutsche Sektion von AMCHA, dem israelischen Zentrum zur psychosozialen Hilfe für Überlebende des Holocausts, davor, während des Gedenkens an die Toten die wachsende Zahl der auf psychologische Hilfe angewiesen Überlebenden zu ignorieren.

In Israel leben heute noch etwa 200.000 Überlebende. Obwohl diese Gruppe stetig kleiner wird, wächst die Zahl derer stark an, denen aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen ein selbstständig soziales Leben immer weniger möglich wird.

Das späte Auftreten von Traumata als Folge der Erfahrungen von Verfolgung, Zwangsarbeit oder Gewalt ist jedoch nicht ungewöhnlich: ”Traumatische Erinnerungen treten wieder auf oder verstärken sich besonders dann, wenn Tätigkeiten wie Beruf, Familie oder soziale Kontakte abnehmen. Menschen fangen an, sich intensiver mit sich selbst, ihrer Vergangenheit und dramatischen Erfahrungen zu beschäftigen. Die Betroffenen sind dagegen machtlos, die Folgen sind oftmals schwere Depressionen, soziale Isolation und Angstzustände” so Martin Auerbach, psychologischer Leiter von AMCHA Israel.

Spezielle Angebote

Hier greift AMCHA ein: 1987 in Israel von Überlebenden für Überlebende gegründet, ist AMCHA eine einzigartige Organisation, die auf die besonderen Bedürfnisse von Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen eingeht. AMCHA bietet in Israel spezielle Psychotherapien, Aktivitäten in Sozialclubs sowie Hausbesuche für Überlebende, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. In den letzten 25 Jahren hat sich AMCHA zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt und tausenden Betroffenen den Weg zurück in ein würdiges Leben ermöglicht. „Wir wollen niemandem helfen zu vergessen oder zu verdrängen! Wir helfen mit Erfolg, die Gegenwart trotz der Vergangenheit wieder lebenswert zu gestalten. Es ist einfach fantastisch zu sehen, wie gebrochene Menschen wieder optimistisch durchs Leben gehen” so Lukas Welz von AMCHA Deutschland.

Hilfsangebote in Gefahr

Diese Hilfe gerät zunehmen in Gefahr: Da die Problematik von Traumata kaum wahrgenommen wird, sinken Spenden und Zuwendungen. Schon heute zahlen AMCHA-Klienten einen Teil der Kosten für Therapien und Sozialclubbesuche selbst. „Noch musste kein hilfesuchender Holocaustüberlebender abgewiesen werden. Aber diese Situation wird zwangsläufig eintreten, wenn in den kommenden Jahren bei immer mehr Bedarf immer weniger Mittel für zur Verfügung stehen“ so Welz. AMCHA Deutschland startet daher einen erneuten Spendenaufruf und hofft auf breite Unterstützung aus Deutschland.

Gedenkgottesdienst zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

Gemeinsamer Gottesdienst von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Evangelischer Kirchengemeinde in der Friedrichstadt und der Französischen Kirche in Berlin am

27. Januar 2014, 19.00 Uhr

Heilig Kreuz-Kirche, Berlin-Kreuzberg

Im Gottesdienst wird auf die Arbeit von AMCHA in Israel hingewiesen.

Gottesdienst im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee die wenigen Lebenden in Auschwitz. Seit 1996 ist dieser Tag in Deutschland Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Wir werden gedenken in diesem Gottesdienst, wir – die Kinder und Kindeskinder der Vorbereiter, der Propagierer, der Täter, der Ermöglicher, der Profiteure des Massenmords. Dies tun wir, indem wir innehalten, den Gott Israels anrufen: ihm klagen, ihn bitten, auf Worte aus Israels Bibel hören und in diesen Worten auf Weisung hoffen auch für uns. Vor allem hören wir auf Psalm 3, den Wochenpsalm, an dessen Schluss es heißt: dein, Ewiger, ist die Befreiung.

Zum Jahresende

Auch im zurückliegenden Jahr haben mehr Menschen Hilfe bei AMCHA gesucht, als je zuvor. Für Ihre Unterstützung der wichtigen Arbeit möchten wir uns bei Ihnen im Namen von AMCHA Israel herzlich bedanken und freuen uns, die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit im nächsten Jahr fortsetzen zu können!

Ihnen und Ihren Familien wünschen wir frohe Tage und ein gesundes und glückliches 2014!

AMCHA zum 75. Jahrestag der „Reichspogromnacht“

Das Denkmal „Wachsen-mit-Erinnerung“, das am 9. November 2013 von Bundespräsident Gauck in Eberswalde eingeweiht wird, verbindet Erinnerung an die Vergangenheit und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft durch bürgerschaftliches Engagement für die Arbeit von AMCHA in Israel.

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Am 75. Jahrestag der Reichpogromnacht wird Bundespräsident Joachim Gauck am 9. November 2013 das Denkmal „Wachsen mit Erinnerung“ in Eberswalde an dem Ort einweihen, an dem bis zum 9. November 1938 die Synagoge der Stadt Eberswalde stand.

Von den Künstlern Horst Hoheisel und Andreas Knitz entworfen, geht das Denkmal auf die Initiative Eberswalder Bürger zurück und wurde von AMCHA Deutschland mitentwickelt, dem deutschen Teil des gleichnamigen Israelischen Zentrums für psychosoziale Hilfe für Holocaustüberlebende.

„Mit dem Denkmal der ’Baumsynagoge’ wurde ein einzigartiger Gedenkort für die verfolgten und ermordeten jüdischen Bewohner Eberswaldes geschaffen. Es ist ein wichtiges Zeichen, dass das deutsche Staatsoberhaupt dieses Denkmal einweiht und damit den Opfern des Nationalsozialismus seinen Respekt erweist. Aber auch die Entstehung des Denkmals ist selbst eine große Geste, die von den Überlebenden deutlich wahrgenommen wird: Von Bürgern initiiert, in direkter demokratischer Beteiligung entwickelt und mit Spenden für die Überlebenden bedacht – damit weist die Botschaft des Denkmals über das Gedenken und Erinnern hinaus und verbindet die Vergangenheit mit der Gegenwart“ so Lukas Welz, Vorstandsvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V..

Zeichnung_Synagoge_AusschnittDas Denkmal zeichnet sich zum einen durch seine Architektur der „wachsenden Synagoge“ aus, die sich ständig verändern wird und damit auch für das Wachsen von Erinnerung und Gedenken steht. Es zeichnet sich aber zum anderen durch die direkte Beteiligung der Bürger aus, die nicht nur den Anstoß für dieses Denkmal gegeben haben, sondern darüber hinaus die rund 1.000 Buchstaben, die in die Denkmalwand eingelassen wurden, stifteten. Die Erlöse kommen der psychosozialen Hilfe für Holocaust-Überlebende durch AMCHA in Israel zugute.

Beschreibung des Denkmals:

Auf den Grundrissen der früheren Außenmauern der Synagoge wurde eine zweieinhalb Meter hohe-Mauer errichtet, die keine Öffnung hat. Im Inneren wurden Bäume gepflanzt, die im Laufe der Zeit den Baukörper der ehemaligen Synagoge nachzeichnen werden. Der abgeschlossene Innenraum erinnert durch seine Unzugänglichkeit an den unwiederbringlichen Verlust und das Unrecht, welches hier geschehen ist. Mehr unter goo.gl/QY5nDb

Über AMCHA:

AMCHA (Deutschland) unterstützt die gleichnamige Nichtregierungorganisation in Israel, das „Israelische Zentrum für psychosoziale Hilfe für Holocaustüberlebenden und deren Nachfahren“, welches derzeit etwa 16.000 der noch rund 200.000 Holocaust-Überlebenden in Israel bei der Bewältigung schwerer Traumata immateriell unterstützt. Die Nachfrage nach psychologischer Hilfe steigt stetig an, da gerade im Alter die Belastungen durch die erlittenen Traumata stark zunehmen. 2013 verzeichnete AMCHA einen Klientenanstieg von über 10 Prozent bei massiv sinkenden Spendenzahlen. Das Wort Amcha kommt aus dem Hebräischen und bedeutet „dein Volk“. Die Stadt Eberswalde ist seit Ende 2010 Mitglied von AMCHA.