70 Jahre D-Day 1944

Heute vor 70 Jahren, am D-Day, landeten alliierte Truppen an der Küste der Normandie. Tausende riskierten ihr Leben, um der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und dem Terror, der von Deutschland ausging, ein Ende zu setzen.

Auch Tausende jüdische Soldatinnen und Soldaten kämpften in den Armeen der Alliierten. Auch viele von ihnen suchen heute bei AMCHA Hilfe bei der Bewältigung ihrer Traumata, die Erinnerungen an Gewalt, Terror und Kriegserfahrungen sind.

Verstärkt suchen Menschen, die seit den 1990er Jahren aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion nach Israel emigriert sind, Hilfe bei AMCHA. Vielmals erst hier erfahren diese Menschen, die den Holocaust überlebten oder als Soldatinnen und Soldaten im Zweiten Weltkrieg kämpften, Anteilnahme und Anerkennung ihrer Traumata.

Viele der Emigranten aus Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion leben in armen Verhältnissen. Um ihnen die Hilfe durch AMCHA zu ermöglichen, sind wir auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Jede Spende, vor allem aus Deutschland, ist für die Überlebenden ein besonderes Zeichen der Anteilnahme und spendet ihnen Hoffnung.

Dr. Peter Fischer zum Ehrenvorsitzenden gewählt

Die Mitgliederversammlung von AMCHA Deutschland e.V. hat Dr. Peter Fischer zum Ehrenvorsitzenden gewählt. Damit wurde Dr. Fischer für seine langjährigen Verdienste für AMCHA in Deutschland und in Israel geehrt. Er war maßgeblich an der Gründung des Vereins und am Aufbau der Stiftung in Deutschland beteiligt. Bis heute engagiert sich Dr. Fischer in herausragender Weise für die Hilfe von Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen.

Vorstand 2014 – 2016 gewählt

Am 7. Mai 2014 führte der AMCHA Deutschland e.V. seine ordentliche Mitgliederversammlung durch. Die Mitgliederversammlung hat den Jahresabschluss 2013 festgestellt und dem Vorstand Entlastung erteilt. Turnusgemäß wählten die Mitglieder den Vorstand für die kommenden zwei Jahre, 2014 – 2016. In ihren Ämtern wurden Lukas Welz (Vorsitzender), Rouven Sperling (stellvertretender Vorsitzender), Rainer Waldhauer (Schatzmeister) und Holger Michel bestätigt. Der alte und neue Vorsitzende, Lukas Welz, dankte den anwesenden Mitgliedern im Namen des gesamten Vorstands für das entgegengebrachte Vertrauen. Insbesondere ging sein Dank an Dr. Stefan Neubacher und Guy Band, die nach zwei Jahren nun aus dem Vorstand ausgeschieden sind, an die Kassenprüferinnen Dr. Gisa Spieler und Karla Wieland, an Suzanne L. Kossack für den Versand der Dankesbriefe sowie an Christian Krause für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und die Leitung der Geschäftsstelle.

„A Never Ending Story. Erinnerung und Trauma in der 3. Generation“ – Tagung des ZdJ in Berlin

Zahlreiche Studien weisen nach, dass die traumatischen Erfahrungen der Überlebenden der Shoah deutliche Spuren in der Lebens- und Gefühlswelt nachfolgender Generationen hinterlassen. Nachdem sich Angehörige der Dritten Generation nunmehr verstärkt literarisch und filmisch zu Wort melden und auf sich aufmerksam machen, möchten wir auf der Tagung die Auswirkungen der transgenerativen Erfahrungen vorstellen, analysieren und reflektieren. Neben wissenschaftlichen Erkenntnissen werden anhand der Darstellung unterschiedlicher biographischer Narrative von Angehörigen der Dritten Generation Einblicke in die psychische Verarbeitung der familiären Geschichten eröffnet. Die Tagung selbst wird den Teilnehmenden genügend Raum dafür bieten, die eigenen emotionalen Zugänge zu der Thematik zu erschließen.

Israelischer Shoah-Gedenktag bei AMCHA Tel Aviv

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Opfer der Shoah gedacht. Auch bei AMCHA fanden Gedenkzeremonien statt. AMCHA Tel Aviv lud im Anschluss an die Zeremonie zum Dialog der Generationen ein. Die Fotografin Helena Schätzle hatte die Gelegenheit, dies fotografisch zu dokumentieren.

Zum Shoah-Gedenktag in Israel

Am 28. April 2014 wurde in Israel der Yom HaShoah, der Gedenktag zur Erinnerung an die Shoah, begangen. In den AMCHA-Zentren in Israel sind an diesem Tag Tausende Menschen aller Generationen zusammengekommen, um gemeinsam zu gedenken, sich zu erinnern und auszutauschen. An einer bewegenden Zeremonie in Tel Aviv konnte auch Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., teilnehmen. Neben Überlebenden der Shoah kamen Kinder und Enkelkinder der Überlebenden, aber auch Menschen zusammen, deren Familie keine Shoah-Vergangenheit teilt. Im Anschluss an die Zeremonie wurden in Workshops verschiedene Angebote der AMCHA-Sozialclubs und Psychotherapien vorgestellt. Im Bild zu sehen ist der Musik-Workshop, der vom Chor der Überlebenden mitgestaltet wurde.

Tali Rasner, Leiterin von AMCHA Tel Aviv, sprach von einem wichtigen Tag für AMCHA: „Es ist toll zu sehen, wieviele Generationen heute zu uns gekommen sind. Für die Überlebenden ist die Präsenz so vieler junger Menschen, Schüler, Studenten ein wichtiges Zeichen dafür, dass sie nicht vergessen sind!“

Chag Pessach Sameach und frohe Ostern!

Im Namen von AMCHA Israel und AMCHA Deutschland wünschen wir Ihnen Chag Pessach Sameach und frohe Ostertage!

Das Bild zeigt einen Sederabend im jüdischen Kinderheim „Ahava“ in der Berliner Auguststraße in den 1920er Jahren. Ahava steht für Liebe und Pessach ist ein Fest des Aufbruchs, der Befreiung und der Ermutigung gegen alle deprimierenden Erfahrungen und bedrückenden Geschehnisse. AMCHA gibt vielen Shoah-Überlebende und ihren Nachkommen diese Hoffnung und Zuwendung und wir möchten uns bei Ihnen für die Unterstützung dieser wichtigen Arbeit bedanken!

 

Die AMCHA-Stiftung würdigt Dr. Peter Fischer

In einer kleinen Feierstunde, die sich an die Sitzung des Kuratoriums am 20. März 2014 anschloss, würdigte die Stiftung Dr. Peter Fischer für seine großen Verdienste um AMCHA. In verschiedenen Funktionen hatte sich Dr. Fischer seit 1989 insbesondere als Vorsitzender des AMCHA Deutschland e.V. und als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungskuratoriums für die Hilfe für die Überlebenden des Holocaust eingesetzt. Die Arbeit von AMCHA in Deutschland bekannt zu machen und sie gerade von Deutschland aus auch spürbar zu befördern, ist ihm bis heute ein Herzensanliegen. Als sein langjähriger Wegbegleiter seit der Gründungsphase der Stiftung hielt Klaus-Henning Rosen die Laudatio. Er rief in seiner Rede die Geschichte von AMCHA in Deutschland in Erinnerung und würdigte den treibenden Anteil Dr. Fischers an der Hilfe für die jüdischen Überlebenden:

„Von Anbeginn und das machte Ihre Rolle, Herr Dr. Fischer, so wichtig, waren Sie der Motor der […] Hilfe für die Holocaustopfer. Von Anbeginn waren Sie bemüht – und das sind Sie ja, wie wir dankbar anerkennen, auch nach Ihrem Abschied vom aktiven AMCHA-Dienst – Unterstützer mit Hilfe Dritter zu gewinnen. Ich finde es großartig, dass es Ihnen dabei nicht ausschließlich darum ging, zusätzliche Finanzmittel zu bekommen, sondern die Erfahrung des Holocaust als unverzichtbaren Teil der deutschen Erinnerungskultur weiterzugeben. Eric Hobshawn hatte, „die Zerstörung der Vergangenheit“, wie er es nannte, als eines der charakteristischsten Phänomene des 20. Jahrhunderts bezeichnet; damit meinte er den Verlust „jenes sozialen Mechanismus, der die Gegenwartserfahrung mit derjenigen früherer Generationen verknüpft“. Hier leistet AMCHA einen aktiven Dienst, damit diese Verknüpfung mit dem Geschehen des Holocaust nicht verloren geht. Für Elie Wiesel war eine solche Verknüpfung auch deshalb wichtig, weil das Opfer der Umgekommenen nur dann einen Sinn macht, wenn auf diese Weise ein vergleichbares Leiden, wie es den Juden widerfahren war, erspart werden könne. […]“

Anstatt eines Präsentes stellten die Mitglieder des Kuratoriums und des Vorstands der Stiftung einen privaten Spendenbetrag für AMCHA zur Verfügung. Dr. Peter Fischer sprach allen Anwesenden und im Besonderen Klaus-Henning Rosen seinen herzlichsten Dank aus.

Erste Sitzung des AMCHA-Stiftungs-Kuratoriums in 2014

Am 20. März 2014 kam das Kuratorium der AMCHA-Stiftung zur seiner ersten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Klaus-Henning Rosen wurde vom Kuratorium für eine weitere Amtszeit als Kurator bestellt. Das Aufsichtsgremium der Stiftung nahm zudem die Financial Statements 2012 – den geprüften Finanzbericht von AMCHA Israel – entgegen.

Roel van Praag, langjähriges Mitglied des Stiftungsvorstands und Schatzmeister, ist auf eigenem Wunsch aus dem Vorstand der Stiftung ausgeschieden. Zu seinem Nachfolger hat das Kuratorium Herrn Daniel Schüle bestellt. Herr Schüle ist seit 2011 Geschäftsführer der Deutschen Staßenwacht e.V. Zuvor arbeitete er von 2005-2011 für die Robert Bosch GmbH, zuletzt als Referent für Politikbeziehungen in Berlin und Brüssel.

Die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Susanne Krause-Hinrichs, stellte die Dokumentation zum Tandem-Projekt vor. Das Tandem-Projekt der Stiftung hatte im vergangenen Jahr Goßeltern- und Enkelpaare aus Deutschland und Israel zusammengeführt. Frau Krause-Hinrichs berichtete über die nachhaltigen, freundschaftlichen Beziehungen, die zwischen den Teilnehmern des Projekts entstanden seien. Das beteiligte Evangelische Gymnasium Kleinmachnow werde sogar in Kürze eine Schülerreise nach Israel veranstalten.

In einer kleinen Feierstunde, die sich an die Sitzung des Kuratoriums anschloss, würdigte die Stiftung Dr. Peter Fischer für seine großen Verdienste um AMCHA.

Zahl traumatisierter Holocaust-Überlebender erreicht Höchsstand

Massiver Anstieg um 18 Prozent auf über 16.000 Patienten in den letzten zwei Jahren: Anlässlich des 69. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz warnt die deutsche Sektion von AMCHA, dem israelischen Zentrum zur psychosozialen Hilfe für Überlebende des Holocausts, davor, während des Gedenkens an die Toten die wachsende Zahl der auf psychologische Hilfe angewiesen Überlebenden zu ignorieren.

In Israel leben heute noch etwa 200.000 Überlebende. Obwohl diese Gruppe stetig kleiner wird, wächst die Zahl derer stark an, denen aufgrund schwerer psychischer Erkrankungen ein selbstständig soziales Leben immer weniger möglich wird.

Das späte Auftreten von Traumata als Folge der Erfahrungen von Verfolgung, Zwangsarbeit oder Gewalt ist jedoch nicht ungewöhnlich: ”Traumatische Erinnerungen treten wieder auf oder verstärken sich besonders dann, wenn Tätigkeiten wie Beruf, Familie oder soziale Kontakte abnehmen. Menschen fangen an, sich intensiver mit sich selbst, ihrer Vergangenheit und dramatischen Erfahrungen zu beschäftigen. Die Betroffenen sind dagegen machtlos, die Folgen sind oftmals schwere Depressionen, soziale Isolation und Angstzustände” so Martin Auerbach, psychologischer Leiter von AMCHA Israel.

Spezielle Angebote

Hier greift AMCHA ein: 1987 in Israel von Überlebenden für Überlebende gegründet, ist AMCHA eine einzigartige Organisation, die auf die besonderen Bedürfnisse von Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen eingeht. AMCHA bietet in Israel spezielle Psychotherapien, Aktivitäten in Sozialclubs sowie Hausbesuche für Überlebende, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. In den letzten 25 Jahren hat sich AMCHA zu einer wahren Erfolgsgeschichte entwickelt und tausenden Betroffenen den Weg zurück in ein würdiges Leben ermöglicht. „Wir wollen niemandem helfen zu vergessen oder zu verdrängen! Wir helfen mit Erfolg, die Gegenwart trotz der Vergangenheit wieder lebenswert zu gestalten. Es ist einfach fantastisch zu sehen, wie gebrochene Menschen wieder optimistisch durchs Leben gehen” so Lukas Welz von AMCHA Deutschland.

Hilfsangebote in Gefahr

Diese Hilfe gerät zunehmen in Gefahr: Da die Problematik von Traumata kaum wahrgenommen wird, sinken Spenden und Zuwendungen. Schon heute zahlen AMCHA-Klienten einen Teil der Kosten für Therapien und Sozialclubbesuche selbst. „Noch musste kein hilfesuchender Holocaustüberlebender abgewiesen werden. Aber diese Situation wird zwangsläufig eintreten, wenn in den kommenden Jahren bei immer mehr Bedarf immer weniger Mittel für zur Verfügung stehen“ so Welz. AMCHA Deutschland startet daher einen erneuten Spendenaufruf und hofft auf breite Unterstützung aus Deutschland.