Unsere pädagogischen Workshops über das Leben nach dem Überleben

Der Hintergrund

Geschichte wird oft als abgeschlossene Vergangenheit, nicht aber als gesellschaftliche Kraft behandelt, die Gegenwart formt und die Zukunft bestimmt. Mit dem Workshop “Leben nach dem Überleben” machen wir deutlich, wie die Shoah in individuellen Biografien, Familien und in der Gesellschaft fortwirkt.

Das Workshopangebot basiert auf den Erfahrungen von AMCHA in Israel, der psychosozialen Hilfsorganisation für Überlebende der Shoah und ihre Nachkommen. Das Angebot stellt die Frage nach der Gegenwärtigkeit der Vergangenheit für Individuen und Gesellschaften in den Mittelpunkt. Die Vermittlung von Geschichtsbewusstsein steht im Vordergrund unseres Wirkens.

Der Ansatz

Wir arbeiten mit Materialien, die die Fotografin Helena Schätze 2015 im Rahmen der preisgekrönten Ausstellung Leben nach dem Überleben entwickelt hat. Sie porträtierte Überlebende der Shoah im Kreis ihrer Familien in privaten Momenten. Unser Ansatz rückt die individuellen Lebensgeschichten der Überlebenden in den Vordergrund und erzählt die Erfahrungen während der nationalsozialistischen Verfolgung zusammen mit ihrem Fortwirken in der Gegenwart.

Unser Ziel ist es, mit den Teilnehmenden gemeinsam zu erarbeiten, wie unterschiedlich Menschen mit Gewalterfahrungen umgehen und wie sich dieser Umgang auf ihre Nachkommen überträgt. Daran geknüpft ist die Frage, was das eigentlich mit einer Gesellschaft macht und was es für unseren Umgang mit der Vergangenheit bedeutet.

Ein ausführlicheres Konzept erhalten Sie auf Anfrage.

Die Umsetzung

Das Angebot richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen: an Jugendliche mit Vorwissen ab Klasse 9, Lehrer*innen und weitere Multiplikator*innen.

Wir haben Workshopkonzepte für 2- bis 4-stündige Workshops erarbeitet. In Absprache können auch kürzere oder längere Formate angeboten werden.

Einen Kostenvoranschlag erhalten Sie auf Anfrage.

Das Team

Anne-Christine Mertens und Alisa Gadas studieren seit 2014 gemeinsam Geschichte und Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Von im Studienjahr 2017/18 leiteten sie eine studentische Lehrveranstaltung mit dem Titel “Erinnerung 2.0 – Holocaust- Gedenken ohne Zeitzeugen”. In diesem Rahmen forschten sie zu transgenerationeller Weitergabe von Traumata und Formen der Erinnerungskultur und erarbeiteten auf dieser Grundlage Ansätze für zukünftige historisch-politische Bildungsarbeit.

Anne-Christine Mertens arbeitete von September 2013 bis Februar 2014 im Rahmen eines FSJs mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für AMCHA Israel und betreute Holocaust-Überlebende in Naharyia. Seit 2018 ist sie studentische Hilfskraft bei AMCHA Deutschland e.V. Ab dem Wintersemester 2018/2019 studiert sie im Master “Interdisziplinäre Antisemitismusforschung” an der Technischen Universität Berlin.

Alisa Gadas arbeitet in verschiedenen Projekten zur historischen und politischen Bildung. Seit 2017 war sie als Bildungsreferentin in der Gedenkstätte Sachsenhausen und am Denkmal für die ermordeten Juden Europas tätig. Seit 2015 arbeitet sie beim Sächsischen Geschichtscamp mit und organisiert dort Workshops zur Erinnerungskultur. Auf verschiedenen Studienreisen nach Israel hat sie Hebräisch gelernt und beschäftigt sich seitdem mit der israelischen Kultur und Politik.