ASF-Jahresversammlung 2015: „Hin und weg vom Zion“

Am 24. und 25. April 2015 fand in Potsdam die diesjährige Jahresversammlung von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste statt. Unter dem Thema „Europas Geschichte(n) – Europas Verantwortung“ wurde der 70. Jahrestag der Befreiung und damit der Beginn gemeinsamer europäischer Geschichte gewürdigt. Dabei sind die erinnerten Geschichten vielfältig. Je nach Land, Region und Familie werden sie unterschiedlich erzählt – manche sind leise und bleiben im Hintergrund, andere werden das Jahr prägen. Alle sind sie Teil Europas.

Gemeinsam wurden einige dieser europäischen Geschichten erzählt: Geschichten von Vertreibung, Migration und Flucht; Geschichten von Konflikten und Kriegen, aber auch Geschichten vom Ankommen, vom Überwinden von Grenzen, Geschichten von Verantwortung und Widerstand.

Das Panel „Hin und weg vom Zion“ ging der Frage nach individuellen Motivationen und verschiedenen historischen Kontexten der Einwanderung nach Israel und des Wegzugs aus Israel nach.

Lukas Welz, Vorstandsvorsitzender von AMCHA Deutschland e.V., beleuchtete dabei die Einwanderung vor, während und nach der Shoah. Zu einem großen Teil, so Welz, war die Migration von Jüdinnen und Juden aus Europa nach Palästina/Israel eine freiwillig-unfreiwillige Einwanderung. Unfreiwillig, da es einer existenziellen Not bedurfte, die Auslöser für die Migration war, selbst oft für zionistisch Aktive.

Gleichzeitig war die Einwanderung freiwillig, da bewusst Palästina/Israel als neue Heimat gewählt wurde, eine Heimat, die in Europa verloren ging und neu gefunden werden musste. Viele Kinderüberlebende etwa hätten alles verloren, waren entwurzelt. Ihnen bot der jüdische Staat eine Heimat, auch einen Schutz, den sie so nirgendwo anders haben finden können.

Programm ASF-Jahresversammlung 2015