ALFRED FRIED AWARD FÜR HELENA SCHÄTZLE

Am 20. September, einem Tag vor dem Internationalen Tag des Friedens, wurde in den der Alfred Fried Photography Award 2016 verliehen. Neben vier weiteren Preisträgern wurde Helena Schätzle für das Projekt „Leben nach dem Überleben“, das sie zusammen mit AMCHA Deutschland entwickelte, ausgezeichnet. Der Alfred Fried Photography Award wird von der Edition Lammerhuber, der UNESCO und dem österreichischen Parlament für Fotoarbeiten verliehen, die sich dem Thema „Frieden“ widmen.

Mit ihrem Foto von Elias Feinzilberg, 99-jähriger Überlebender des Holocaust und Klient von AMCHA, gewann sie auch den Preis für das weltbeste Foto zum Thema „Frieden“.

Nach der Verleihung sagte Lukas Welz, Vorsitzender von AMCHA Deutschland: „Frieden sollte ein Menschenrecht sein. Leider müssen viele Menschen weltweit in Angst vor Verfolgung und in Gewalt und Leid leben. Organisationen wie AMCHA versuchen zu helfen. Die Auszeichnung heute ist auch eine Würdigung dieses Einsatzes.“

In seiner Laudation würdigte Peter-Matthias Gaede, ehemals Chefredakteur der GEO, die Arbeit von Helena Schätzle.

Mit dem Holocaust ist kein Frieden zu machen. Niemals. Er ist ein Verbrechen, das nicht verjährt. Die Nachgeborenen der Täter sind nicht verantwortlich für ihn. Aber verantwortlich für den Umgang mit der Erinnerung an ihn – das bleiben sie. Und die wenigen überlebenden Opfer – es gibt sie bald nicht mehr. Nur einige noch. Können sie Frieden finden?

Leben nach dem Überleben. Leben mit der Erfahrung von physischer Qual, Verfolgung, Angst, Gewalt und Terror. Mit der Rückkehr traumatischer Erlebnisse noch Jahrzehnte danach. Mit Depressionen, Einsamkeit, Trauer. Und doch – Helena Schätzle hat Augenblicke großer Innigkeit und Liebe gefunden, Momente intimer Fröhlichkeit, Momente von Zugewandtheit und Trost. Momente des Friedens.“

Ein Jahr lang wird nun dieses Bild im Foyer des Parlaments hängen und die Parlamentarier an ihre Verantwortung, sich für den Frieden einzusetzen, ermahnen.

Bei der Verleihung im österreichischen Parlament sprachen unter anderem Abdessattar Ben Moussa, Friedensnobelpreisträger 2015 und Präsident der tunesischen Menschenrechtsliga sowie Mazen Darwish, syrischer Journalist und Menschenrechtsaktivist.

Weitere Informationen über unser Projekt finden Sie unter www.amcha.de/leben