Ein herausforderndes Jahr

Hilfe in Zeiten der Pandemie. Ein Beitrag von Lukas Welz

COVID-19 hat uns allen in den vergangenen Monaten das Leben erschwert – vor allem aber den besonders Verletzlichen. Unsicherheit, Instabilität, Isolation und Einsamkeit führen oft zu starken Retraumatisierungen bei Überlebenden. Das öffentliche Leben ist in Israel stark eingeschränkt, was die Arbeit der Therapeut:innen, Sozialarbeiter:innen und der Freiwilligen enorm erschwert.

Eine lebensrettende Beziehung

Die hohen Feiertage im Herbst, Yom Kippur und Rosh HaShana fanden für viele unter ungewohnten Bedingungen statt. Die Aufgabe bei AMCHA Israel war und ist es, auf kreativem Wege den Kontakt zu den Überlebenden aufrecht zu erhalten. “Wir wollten ihnen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln, dass sie nicht in einem traumatischen Zustand zurückbleiben.”, schreibt Tali Rasner, Psychologin und Leiterin von AMCHA Tel Aviv.

Als „lebensrettende Beziehung“, beschreibt eine Überlebende die Beziehung zu ihrer Betreuerin. Eine andere berichtet: „Ich dachte, das wäre es, Corona und die Einsamkeit würden mich töten. Und siehe da, ich bin nicht nur nicht tot, sondern mit meiner ehrenamtlichen Betreuerin ist ein freundschaftliches Band entstanden, das mein Leben verlängert.“

Noch immer lassen sich die langfristigen psychologischen Folgen der Corona-Krise für Überlebende und ihre Familien nicht abschätzen. Auch, wenn zeitweise die Zentren unter strenger Einhaltung der Hygieneschutzmaßnahmen öffnen konnten, bleibt die Arbeit für die rund 700 Ehrenamtlichen eine Herausforderung.

Immerhin mit 80% der Überlebenden schaffte AMCHA den Kontakt aufrechtzuerhalten. Unsere Hilfe trug unter anderem dazu bei, Therapeut:innen und Sozialarbeiter:innen mit entsprechender technischer Ausrüstung zu versorgen, um mit den Überlebenden in Kontakt zu bleiben.

Dank Ihrer Unterstützung können wir helfen

Mit Förderungen des Auswärtigen Amtes, der Alfred-Landecker-Stiftung und nicht zuletzt Dank Ihrer Spenden konnten wir die Umstellung auf Therapie auf Distanz durch technische Aufrüstung, Online-Supervision und Trainings unmittelbar unterstützen.

Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Hilfe und Ihr Interesse an unserer Arbeit. Gerade in diesen schwierigen und unsicheren Zeiten bedeutet mir, und allen Mitarbeitenden bei AMCHA Israel und Deutschland Ihre Unterstützung sehr viel.

Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen, trotz aller widrigen Umstände, eine schöne und besinnliche Vorweihnachtszeit, ein schönes Lichterfest und einen erfolgreichen Jahresabschluss. Hoffen wir auf ein fröhlicheres 2021!